Medizin / Wissenschaft: (Berg-)Wandern und Gesundheit

Dass Wandern gesund ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Es gibt zahlreiche Studien, die das wissenschaftlich belegen. Genannt sei hier beispielsweise die Studie von der Uni Halle-Wittenberg unter Leitung von Prof. Hottenrott, der die Wirkung des Wanderns auf klassische Parameter wie das Körpergewicht, die Herzfrequenz unter Belastung sowie den Blutdruck untersucht hat. In der Probandengruppe waren 223 Studienteilnehmer. Dabei waren die weitgehend unsportlichen Teilnehmer/-innen lediglich 2x/Woche 90 min unterwegs, der Untersuchungszeitraum lag bei drei Monaten. Die Ergebnisse wurden anhand einer Kontrollgruppe, die inaktiv waren, dargestellt. „Die aktive Gruppe verbesserte im Untersuchungszeitraum nicht nur die Ausdauerfähigkeit, sondern auch Koordination, Blutdruck und körperbezogene Daten wurden positiv durch das Wandern beeinflusst“, resümiert Annika Lösche vom Forscherteam um Hottenrott. Konkret verbesserten die Wandergruppe ihr Körpergewicht im Schnitt um 1,3 kg (von durchschnittlich 93,1 auf 91,8 kg), den systolischen Blutdruck von durchschnittlich 151 auf 142 mmHg, den diastolischen von durchschnittlich 92 auf 84 mmHg und die Herzfrequenz von 131 auf 122 S/min – sprich bei gleichem Gehtempo lag der Puls um 9 S/min tiefer. Nicht auszudenken, wie gut die Effekte gewesen wären, wenn die Teilnehmer/-innen – wie ansonsten beim Wandern üblich – noch längere Touren und Ausflüge gemacht hätten.

Im Gegensatz zu den körperlichen Parametern sind die Wirkmechanismen auf die Psyche weitaus weniger untersucht, da sie von der Wissenschaft schwerer zu fassen sind. In Japan wird seit mehr als 10 Jahren untersucht, welchen Einfluss das „shirin-yoku“ hat, was im deutschen Sprachgebrauch übersetzt als „Baden in Waldluft“ bedeutet. Spannenderweise untersuchen die Japaner die therapeutischen Wirkungen des Waldes auf die Psyche anhand physiologischer Parameter, also biochemische Reaktionen im zentralen und vegetativen Nervensystem als Hinweis auf die Regulation von Stress. Fazit war, dass sich die Probanden durch „shirin-yoku“ wohler, ruhiger und aufgeweckter fühlten.

Jeder Wanderer weiß auch ohne wissenschaftliche Studien, wie gut man sich nach einer ausgedehnten Wanderung fühlt, wie wohlriechend und entspannend die Luft des Waldes wirkt und wie erfüllend es ist, auf dem Gipfel eines Berges zu stehen und die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen. Würdest Du Dich beim Anblick dieses Bildes, aufgenommen auf der Terrasse der Madrisa-Alm im Montafon, nicht ebenfalls wohl fühlen und entspannen? Ich tanke jede Woche in dieser Umgebung auf.

Ernährung: gute Jause schafft gesunde Pause

Was kommt in einen guten Verpflegungsrucksack, was brauche ich unterwegs in den Bergen?

Zunächst ist natürlich – bevor es losgeht – ein gutes nährreiches Frühstück wichtig, um nicht schon nach kurzer Zeit anhalten zu müssen, weil der Magen knurrt und die Energie fehlt. Hier empfehlen sich wenig den Magen belastende kohlenhydratreiche Lebensmittel. Gut sind Müsli mit Jogurt / Quark oder ein Brot mit Aufstrich oder Hüttenkäse.

Unterwegs in der Brotzeitbox sind dann Lebensmittel wertvoll, die viel Flüssigkeit enthalten und gleichzeitig Mineralien und Energie liefern. Eine Box kann mit Gemüse-Sticks / Fingerfood gefüllt sein, bereite Dir z.B. Tomaten mit Gurken und Karotten vor. Gurken bestehen zu 97 % aus Wasser. Da die enthaltenen Vitamine viel in der Schale stecken, sollte sie nicht geschält werden. Gurken sind kalium- und betacarotinreich, versorgen uns aber auch mit den für Aktivität wichtigen Mineralien Magnesium und Eisen. Auch Tomaten haben einen hohen Wasseranteil (94 %), Sie enthalten die klassische Vitaminkombination A, C, E und auch sie punkten durch einen hohen Kalium-Anteil, der die Wirkweise von Magnesium unterstützt. Die Karotte hat keinen hohen Wasseranteil (wirkt sogar leicht entwässernd), lässt sich aber gut transportieren und schmeckt als Zutat zum anderen Gemüse lecker. Sie liefert Dir in hohen Mengen Beta-Carotin bzw. Vitamin A.

Deine Obst-Box

… solltest Du vor allem mit dem kulinarischen Alleskönner und dem Lieblingsobst der Deutschen, dem Apfel, füllen. Er liefert Dir neben den schnell verfügbaren Kohlenhydraten vor allem auch viel Flüssigkeit, er besteht zu 85 % aus Wasser. Äpfel sind für Sportler und Aktive hilfreich wegen ihrer hohen Calcium-, Kalium-, Magnesium- und Eisen-Konzentrationen, zudem sind Äpfel ein guter Vitamin C-Lieferant. Die Birne liefert vergleichsweise gute Werte. Beim Jausen-Obst darf auch die Banane nicht fehlen: Denn sie hat die 5-6fache Menge an Magnesium, das Du besonders benötigst, wenn Du viel schwitzt. Doch die Magnesiumspeicher sollten schon vor Deiner Wanderung gefüllt sein, sonst besteht die Gefahr, dass Dich unterwegs oder in der Naht nach der Wanderung Krämpfe plagen. Die Banane ist auf Wanderungen zudem wertvoll, weil sie sehr energiereich und gut verdaulich ist. Als Add-on schmeckt der Jogurt gut, der Dir ebenfalls Vitamine, aber zudem auch Eiweiß bzw. Aminosäuren liefert, was zur Regeneration wichtig wird. Um keinen Löffel mitnehmen zu müssen kann auch ein Trinkjogurt dienen, den Abfall aber bitte im Rucksack wieder mit ins Tal nehmen.
Zum Essen zwischendurch sind Trockenfrüchte besonders gut, sie haben eine hohe Nährstoffdichte, sind daher sehr gesund und liefern den ermüdeten Beinen schnell Energie; besonders wenn Du mit Kindern unterwegs bist, solltest Du immer einen Beutel an Trockenfrüchten (alternativ auch Studentenfutter, was Deinen Kindern eben schmeckt), dabei haben. Als Durstlöscher eignen sich Wasser und Apfelsaft / Apfelschorle, besonders gut sind auch Tees, die idealerweise mit Honig gesüßt werden. Wichtig ist es immer frühzeitig zu trinken, denn wenn das Durstgefühl kommt, dann bist Du schon dehydriert, was Dir Energie und Leistungsfähigkeit raubt. Trinke daher in Abhängigkeit zur Außentemperatur etwa alle 30 min ¼ Liter, um Deinen Flüssigkeitshaushalt in der Balance zu halten. Denk dabei daran, dass die Kleinen im Verhältnis zum Körpervolumen fast doppelt so viel Flüssigkeit brauchen, plane daher bei Wanderungen mit Kindern mehr Flüssigkeit mit ein. Lasst es Euch schmecken!

Training: Vorbereitung auf Bergwanderungen

Wie bereitet man sich auf Wanderungen, Weitwanderungen oder einen Wanderurlaub vor, damit die Wanderungen nicht zu Tortur, sondern zur Tour Deines Lebens werden?

Die Frage ist natürlich zunächst nach der Ausgangsfitness: Was hast Du zuvor schon gemacht? Bist Du bereits regelmäßig aktiv und hast eine ordentliche Grundfitness? Kommst Du aus der Stadt und hast in Deinem Leben noch nie die Berge gesehen? Oder bist Du der klassische Couch-Potato, der jetzt ein großes Ziel in Angriff nehmen möchte, um seine Pfunde loszuwerden? Letzterer Fall sollte natürlich auf keinen Fall erst mal losstarten, denn dann wird es in den Bergen eine Überraschung geben und das große Vorhaben wird bald im Keim erstickt. Auch der Stadtmensch, der vielleicht sogar täglich seine Strecke zur Arbeit geht, sollte sich auf die Berge vorbereiten: Denn er wird feststellen, dass gerade ungewohnte Bergab-Strecken heftigen Muskelkater verursachen können, da es die Muskulatur des Stadtmenschen nicht gewohnt ist, längere Strecken bergab zu gehen. Die Wanderschuhe am nächsten Tag wieder zu schnüren und beschwingt loszugehen fällt dann umso schwerer, das Wandern wird von Tag zu Tag mühsamer.

Wie sieht nun eine ideale Vorbereitung auf einen Wanderurlaub oder eine Weitwanderung aus?

Natürlich wandern, wandern, wandern. Idealerweise hast Du vor der Haustür profiliertes Gelände mit Steigungen, um Deine Muskulatur an Auf- und Abstieg zu gewöhnen. Ansonsten lohnt es sich durchaus, mal ins Auto oder besser noch auf´s Rad zu steigen, um solche Strecken anzufahren. Doch auch die Ebene bietet hervorragende Möglichkeiten, denn hier kannst Du über eine längere Zeit mit der gleichen Intensität bzw. einem niedrigen bis mittleren Pulsniveau arbeiten, was Deine Grundlagenausdauer oder aerobe Kapazität ausbildet. Sie ist das Fundament Deiner körperlichen Fitness, um mehrtägige Wandertouren gut meistern zu können; denn ein gut ausgebildeter Fettstoffwechsel ist die Basis dafür, dass Deine Muskulatur schonend und sparsam mit den kleinen Kohlenhydratreserven, die Du dann an stärkeren Anstiegen brauchst, umgeht.

Wie so eine Vorbereitung im Detail aussieht und welches Training für Dich persönlich in Bezug auf Deine Ausgangsfitness am besten ist, erfährst Du in einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose, die Du an unseren Standorten erstellen lassen kannst; die Trainingsempfehlungen zu Deinem Ziel stellen wir punktgenau und auf Dich passend zusammen, so dass Du Dein Vorhaben gut vorbereitet angehen und zahlreiche schöne Erlebnisse sammeln kannst.

Medizin / Wissenschaft: Sport bei Allergien?

Einatmen – Ausatmen … kaum etwas ist im Alltag sowie im Sport selbstverständlicher als das Atmen. Doch es gibt einige Menschen, die ab dem Frühjahr vermehrt Probleme bekommen. Sie bekommen schlechter Luft, die Nase kitzelt oder verstopft sich, die Augen tränen. Natürliche Pollen aus der Luft verirren sich natürlich auch in die Atemwege. Was dem einen nichts ausmacht, sorgt bei dem anderen für Beschwerden, denn das Immunsystem des Pollenallergikers nimmt die Eindringlinge als Bedrohung wahr und mobilisiert in Folge davon die Körperabwehr.

Täglich wird unser Körper mit Millionen von Bakterien und Viren sowie anderen Erregern konfrontiert. Allergene wie Pollen sind an sich harmlose Eindringlinge, die aber vom Immunsystem des Allergikers als Gefahr charakterisiert werden, was eine Abwehrkaskade mit Antikörpern und einer Histaminausschüttung auslöst.

Bis zu 20 % der Bevölkerung leiden an Allergien.

Dabei ist eine Vererbung sehr wahrscheinlich. Das Stillen von Säuglingen bis zum 4. Monat wirkt sich aber positiv auf die Wahrscheinlichkeit einer Allergie aus, sagt Christian Bergmann*, Vorsitzender der Stiftung Dt. Polleninformationsdienst und Allergologe am Allergiezentrum der Berliner Charité. Er fährt weiter fort, dass sich Umweltfaktoren schädlich, aber vor allem auch schützend auf die Ausbildung allergischer Erkrankungen auswirken können. Das Immunsystem braucht in den ersten beiden Lebensjahren Herausforderungen; zu viel Hygiene und eine zu saubere Umgebung fördert Allergien; so zeigt sich in Studien, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, besser vor Allergien geschützt sind. Kleinkinder haben in den ersten Jahren vermehrt Infekte und brauchen diese auch, denn so trainiert deren Immunsystem. Ihre Immunzellen müssen Krankheitserreger erst kennenlernen, um sich darauf zu spezialisieren und sie in Zukunft bekämpfen zu können. Doch viele Familien versuchen, ihre Umgebung möglichst keimfrei zu halten. Da haben Keime zwar keine Chance mehr, aber das Immunsystem des Kleinkindes kann hier nur noch schlecht lernen; wie soll es den Erreger erkennen und in Zukunft abwehren können, wenn es sie im normalen Alltag nicht mehr gibt?

Was ist das Gefährliche an Heuschnupfen und Pollenallergie?

Darus kann sich ein Asthma entwickeln. Je nach Schwere der Allergie besteht auch die Gefahr eines anaphylaktischen Schock. Alle Allergiker, die schon einmal so einen Schock (ab Schweregrad 2) erlitten, sollten ein Notfallset mit sich tragen; denn so ein Schock kann durchaus lebensbedrohlich werden. Daher ist eine Hyposensibilisierung in Erwägung zu ziehen, vor allem im Kindes- und Jugendalter, da hier die Chancen auf Besserung wesentlich höher sind. Bei so einer Hyposensibilisierung wird der Körper über einen längeren Zeitraum systematisch an das Allergen gewöhnt. Laut Karbach und Mosler1 werden nur 10 % der Allergiker „leitlinienkonform therapiert“. Da eine unzureichende Behandlung der sog. Allergischen Rhinitis die Entstehung von Asthma begünstigen kann, ist das in deren Augen alarmierend. Gleichzeitig sind Allergien nach deren Aussagen gut behandelbar, und ein wesentlicher Aspekt einer guten Behandlung ist, dass man durch eine adäquate Therapie die Entwicklung von Folge-Erkrankungen reduzieren kann.

Der beste Schutz für den Allergiker ist es, die auslösenden Allergene zu meiden. Leider ist das mit den Pollen gar nicht so einfach. Die Tageszeit für sportliche Aktivitäten ist hier zum einen wichtig (morgens / abends), stärker Betroffene verzichten mitunter schon vorübergehend auf den Outdoor-Sport und nutzen Fitness-Studios, Schwimmbäder und Sporthallen für ihre Aktivitäten. Sehr stark Geplagte legen ihn Urlaub in der pollenstarken Zeit auf Gegenden am Meer oder in den Bergen.

Was sind nun die Effekte von sportlicher Aktivität bei Allergikern: Allergien gehen häufig mit Atembeschwerden einher; doch vor allem bereits an Asthma Erkrankte profitieren enorm von sportlicher Aktivität: Denn richtig dosiertes Training verbessert die Durchblutung der Atemwege; gleichzeitig können Sekrete der Atemwege besser abgehustet werden. Durch Zunahme der Leistungsfähigkeit erhöht sich auch die Belastungsschwelle, an der der Asthmatiker Atembeschwerden bekommt. Somit werden alltägliche Atembeschwerden (z.B. beim Treppensteigen) seltener. Wer Sport meidet, hat eine schlechtere Fitness und ist somit körperlich auch weniger belastbar und kommt also in Folge davon auch im Alltag schneller an seine Grenzen. Zu beachten gilt, dass Allergiker und Asthmatiker auf eine längere Aufwärmphase beim Sport achten müssen, da Atembeschwerden mit Bronchienverengungen vor allem in der Startphase zu sportlichen Aktivitäten auftreten.

Weitere Maßnahmen für sportliche Pollenallergiker sind:

• die Haare nach der Trainingseinheit und vor dem Zubettgehen waschen,
• eine Nasendusche (vor allem nach der Trainingseinheit) einzusetzen
• Trainingsklamotten nicht im Schlafzimmer auszuziehen
• gewaschenen Klamotten nicht im Freien trocknen
• bei in der Nacht geöffnetem Schlafzimmerfenster Pollenschutzgitter am Fenster anzubringen
• Pollenfilter im Auto und Staubsaugerfilter regelmäßig zu wechseln

Grundsätzlich sollte beim Thema Allergie und Sport immer die Frage gestellt werden, was unser Immunsystem stark und fit hält.

Verhaltensweisen für ein gesundes Immunsystem sind:

• Spaß statt Stress
• Setzen Entspannungstechniken ein (PMR, Yoga, Qi gong, …)
• Bewältige Deine Konflikt, spreche Ärger und Probleme aus
• zeige Emotionen, unterdrücke keine Gefühle, lass alles heraus
• übe Dich in Achtsamkeit, lebe im Hier und Jetzt, genieße den Momente
• schaffe Inseln der Ruhe und Entspannung im Alltag (Power Napping, kurze Auszeiten, …)
• Lache viel
• Visualisiere und rufe Dir positive Bilder hervor

Was hält unser Immunsystem sonst noch gesund und leistungsfähig:

• Gesunde Ernährung (auch wenig Alkohol)
• Kneippen mit Kaltanwendungen
• Gesunder ausreichender Schlaf
• Normalgewicht
• Normaler Blutdruck und normale Blutzuckerwerte
• Keine Antibiotika, gute Darmflora
• Gute Stressverarbeitung

Der wesentlichste Punkt für ein starkes Immunsystem ist aber immer wieder eine gesunde wohl dosierte Bewegung, also aerobe Belastungen (die letztendlich auch wiederum für eine gute Stressverarbeitung wichtig sind). Was wohldosiert“ und „aerob“ in Deinem Falle bedeutet, kannst Du in einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik herausfinden.

 

*Literaturquelle:  Karbach, U., Mosler, N.: „So behandeln Sie Allergien einfach und konsequent.“ In: Arzt und Wirtschaft 2016.

Ernährung: Die Energiespritze für das Immunsystem

Beim Thema Allergien geht es auch darum, was man essen darf und was man nicht verträgt. Pollenallergiker müssen oft auch beim Essen aufpassen, da hier gerne Kreuzallergien auftreten; so kann z.B. eine Allergie auf Haselnusspollen die Immunabwehr beim Essen von einem Apfel auf den Plan rufen. Insgesamt ist dies aber ein sehr individuelles Thema.

Wir möchten die Thematik „Allergie und Ernährung“ auf eine andere Weise angehen:

Mit welchen Lebensmitteln stärke ich mein Immunsystem?

Wir empfehlen hier vor allem pflanzliche Kost, insbesondere Gemüse: Denn diese enthalten in einer Vielzahl Sekundäre Pflanzenstoffe, die für das Immunsystem von entscheidender Bedeutung sind, gleichzeitig viele für sportliche Aktivitäten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Achte generell beim Essen darauf, bunt zu essen, also möglichst alle Ampelfarben (rot, gelb, grün) auf den Speiseplan zu setzen. Als Nahrungsmittel zum Aufbau und zur Stärkung des Immunsystems seinen allen voran Kohl und Karotten genannt, die durch ihr Beta-Karotin sowie viele weitere Stoffe punkten. Lauch enthält wertvolle Folsäure, Tomaten enthalten den Pflanzenstoff Lycopin, Kurkuma das Curcumin und Grüner Tee die Catechine, alles wertvolle Stoffe für das Immunsystem. Beeren punkten durch eine Vielzahl an Polyphenolen, die stärkend auf das Immunsystem wirken und somit Allergenen die Stirn bieten können. An tierischen Nahrungsmitteln seien wegen der Omega-3-Fettsäuren Lachs, Forelle und Speiseleinöl genannt. Zitrusfrüchte geben dem Ganzen das notwendige Vitamin C dazu.

Für den Darm, den größten und wichtigsten Teil unseres Immunsystems (siehe auch die vergangenen Blogartikel vom April), sind Naturjogurts mit frischem Obst, aber auch Kefir und Quark, wertvoll. Lass Dir die Energiespritze für das Immunsystem schmecken!

Training: Outdoor-Sport trotz Pollenallergie?

Wir sind schon mitten in der Pollensaison und so manchen Outdoor-Aktien plagt eine laufende Nase, gerötete Augen oder sogar Probleme mit der Atmung; der ein oder andere Allergiker wird sich fragen, ob es denn Sinn macht, zu dieser Zeit Sport im Freien zu machen. Durch sportliche Betätigung atmet man häufiger und tiefer, was natürlich auch Allergene und Pollen intensiver in den Körper führt; dadurch ist man der Pollenbelastung besonders stark ausgesetzt. Was tun? Sportliche Enthaltsamkeit ist sicher nicht die Lösung, denn wohl dosierte körperliche Aktivität stärkt ja generell das Immunsystem und ist somit auch hilfreich bei Allergien.

Wie ist somit die Strategie für den sportlich aktiven Menschen, der seine Outdoor-Einheiten nicht missen will?

Sicherlich macht es für Allergiker Sinn, die sportlichen Aktivitäten auf pollenärmere Tageszeiten zu verlegen; dies wäre z.B. in städtischen Gegenden morgens, in ländlichen Gegenden eher abends; hier liegt weniger Pollenflug als um die Mittagszeit vor. Günstig wäre auch regnerisches Wetter, da der Regen die Luft von den Pollen reinigt. In den Bergen nimmt die Pollenbelastung insgesamt mit steigender Höhe ab, am Meer ist die Konzentrationen im Allgemeinen auch geringer. Günstig ist auch das Laufen im Nadelwald: Hier sind weniger Pollen unterwegs als an Wiesen-, Wald- und Ackerrändern.

Es besteht auch die Möglichkeit, die Symptome einer Allergie mit Medikamenten zu lindern. Allergiemedikamente wie Nasensprays, Augentropfen und Asthmasprays sind bereits vor der Trainingseinheit anzuwenden, ebenso Salben für Sonnenallergiker. Die individuelle Dosierung sollte natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Antihistaminika wirken hierbei gegen alle Formen von allergischem Schnupfen. Sie unterdrücken das Histamin, einen Botenstoff des Körpers, der für die Entzündungsreaktion verantwortlich ist; an Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Mundtrockenheit bekannt. Kortison wird eher bei schweren Allergien eingesetzt, meist lokal als Spray.

Hilfreich ist bei vermehrter Pollenexposition zudem, die Belastungsintensität, also den Trainingspuls abzusenken. Hier empfehlen wir den unteren GA1-Bereich oder REKOM-Bereich; diese Trainingsbereiche werden in einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik ermittelt. So ist die Gefahr von Atemnot äußerst gering. Die Absenkung der Trainingsintensität hilft auch dabei, den Bedarf an Luft über die Nasenatmung abzudecken. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass die Luft angewärmt, angefeuchtet und vor allem gereinigt wird.

Medizin: Magen-Darm-Probleme bei Sportlern

Magen-Darm-Probleme plagen so einige Sportler, sind aber meist nur eine unangenehme Begleiterscheinung; selten verbergen sich dahinter ernsthafte Erkrankungen.

Eher sind sie auf Fehler in der täglichen Ernährung oder bei Belastung zurückzuführen.

Da der Sport zunächst für den Körper mit einer Stress-Reaktion einhergeht (Erhöhung von Adrenalin, damit höhere Herzfrequenz, höherer Blutdruck u.a.), kann der Sport Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Je intensiver oder länger andauernd die Belastung ist, desto häufiger treten die Symptome logischerweise auf, sind also vermehrt unter Wettkampfbelastungen zu finden. Die Durchblutung des Darmes wird unter Belastung um bis zu 80 % heruntergefahren, je intensiver die Belastung, desto mehr. Da verwundert es nicht, dass der ein oder andere empfindliche Bauch hier Beschwerden in Form von Durchfällen oder Bauchkrämpfen machen kann. Verstärkt werden die Beschwerden durch Flüssigkeitsverlust, Hitze und fehlende Akklimatisation wie z.B. in den ersten Tagen eines Urlaubs; wer hier beispielsweise frühmorgens zum Joggen geht, muss vielleicht schon mal hinter die Klippen, um ein dringendes Geschäft zu verrichten. Mechanische Reize wie sie v.a. beim Laufen auftreten, können die Empfindlichkeit verstärken; hier werden die Symptome häufiger beobachtet.

Ursachen für Beschwerden sind oft Ernährungsfehler, v.a. im Wettkampf. Werden hier z.B. zu große Mengen an Kohlenhydraten zugeführt, kommt es zu Bauchkrämpfen und Durchfällen. Sport unmittelbar nach dem Essen kann ebenfalls Probleme machen, v.a. nach fettreichen Speisen, da diese eine deutlich längere Magenverweildauer haben.

Zuletzt sei vor der Einnahme von Aspirin oder Entzündungshemmern wie Diclophenac oder Ibuprofen, wovon sich manche eine bessere Leistungsfähigkeit erwarten, gewarnt:

Typische Nebenwirkungen sind hier Schädigungen der Magen-Darm-Schleimhaut, die von einfachen Verdauungsbeschwerden bis hin zu blutenden Schleimhautgeschwüren reichen können. In Verbindung mit hochintensiven Belastungen wie bei kurzen Wettkämpfen oder umfangreichen Belastungen (Bike-, Skilanglauf- oder gelaufene Marathons) potenziert sich diese Nebenwirkungsrisiko!

Wie funktioniert es richtig?

  • Bereite Dich gut und langfristig auf längere Belastungen vor, das ist die beste Prävention für belastungsbedingte Magen-Darm-Beschwerden.
  • Nehme vor der Belastung nur leicht Verdauliches zu Dir.
  • Achte während Belastung auf eine gute Flüssigkeitszufuhr und führe Kohlenhydrate nur moderat zu, so dass Dein Köper sie auch verwerten kann.
  • Die zugenommen Lebensmittel solltest Du vorher schon im Training ausprobiert haben.

Übrigens: Bei Magen-Darm-Problemen kann die Heidelbeere regulierend wirken, ist also ein gutes Heilmittel!

In diesem Sinne wünscht Dir das Team des Diagnostikzentrums beschwerdefreie Sportstunden!

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