Medizin / Wissenschaft: Schön und reich durch Sport?

Macht uns Sport schön und sogar reich?

Bei dem ein oder anderen wird man eher denken, dass er durch seine sportlichen Ambitionen und die notwendige Materialausrüstung (wie beim Triathlon, Gleitschirmfliegen, Tauchen u.a.) arm wird. Einige wenige werden direkt durch den Sport reich, wenn sie als Profi die richtige Sportart (v.a. Fußball, Tennis) wählen. Doch das betrifft sicherlich die wenigsten von uns; profitiert man aber auch in anderer Weise noch von sportlichen Aktivitäten?

Es gibt mehrfach Studien, dass sportliche Aktivitäten auch die Gehaltsstufe beeinflussen: Die Forscher fanden heraus, dass Sport neben der Gesundheit auch die sozialen Kompetenzen fördert. Das sind Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Positiv wirkt sich das bei der Arbeitsplatzsuche, aber auch bei Gehaltsverhandlungen, aus.

Ein Forscherteam der Uni St. Gallen untersuchte dazu den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und beruflichem Erfolg.

Allgemein bekannt ist dabei schon lange, dass sich eine bessere Fitness mit einer höheren Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf sowie einer besseren Stressresistenz bezahlt macht. Die Wissenschaftler wollten jetzt aber herausfinden, ob sich sportliche Aktivitäten auch auf den individuellen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Sie fanden Lohnunterschiede zu Inaktiven Probanden in einer Höhe von 4 bis 17 %. „Daten des sozioökonomischen Panels für Deutschland belegen zum Beispiel ein fünfprozentiges Einkommensplus für Männer, die mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Besonders interessant war der untersuchte Unterschied zwischen sportlich aktiven versus sportlich inaktiven Jugendlichen: Die aktive Gruppe wies zum einen bessere schulische Leistungen auf, zum anderen eine ausgeprägtere Sozialkompetenz. Beide Komponenten wirken sich positiv auf die Arbeitsmarktchancen aus. Untersuchungen zeigten, dass junge Frauen, die bereits mit 15 Jahren regelmäßig Sport trieben, später durchschnittlich rund sechs Prozent mehr verdienen als jene, die in der Jugend Sport mieden.

Um zu wissen, dass wir in Alltag und Beruf besser zurecht kommen und bessere Chancen auf ein erfülltes Leben haben, bedarf es sicherlich keiner wissenschaftlichen Studien, sondern nur einem guten Menschenverstand: Jeder sportlich Aktive kennt das: Fühle ich mich wohl in meiner Haut, so geht es mir besser, mein Alltag gelingt mir leichter und Probleme werden kleiner.

Es ist allgemein bekannt, dass sich Körper und Psyche gegenseitig beeinflussen: Allein die Körperhaltung hat hier schon einen deutlichen Einfluss auf die Psyche: Habe ich eine gut gestärkte Rumpfmuskulatur, ist meine Haltung aufrecht? Haltung macht Stimmung: Die Psyche fühlt sich dadurch gestärkt, man ist glücklicher und selbstbewusster – das sind wichtige und zentrale Eigenschaften für den Alltag!

Solche Dinge finden in den letzten Jahren vermehrt das Interesse wissenschaftlicher Untersuchungen: Bereits 2001 untersuchten Hollmann und Strüder in einer Übersichtsarbeit interessante Aspekte zwischen Bewegung und Psyche. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Selbst bei einfachen Handbewegungen kommt es bereits zu einer erhöhten Gehirndurchblutung. Langsames Gehen führt zu einer ausgeprägten Steigerung der Durchblutung im Gehirn. Bewegung ist demnach in Arbeitspausen äußerst effektiv zur Regeneration des Gehirns.
  • Durch sportliche Aktivitäten kommt es zu einer Vielzahl an ausgeschütteten Hormonen (siehe auch unser Newsletter vom Februar 2017). Wichtig für Stimmung, Zufriedenheit und Entspannung ist vor allem das Serotonin.
  • Auch strukturelle Veränderungen des Gehirns werden durch Bewegung angebahnt und maßgeblich beeinflusst: Es erhöht sich die Anzahl der Synapsen und es erfolgt eine Verlängerung und Stabilisierung der Nervenfasern.
  • Letztendlich wirkt sich die körperliche Aktivität auch auf die Schmerzwahrnehmung und -toleranz aus. Hier scheinen nach neueren Studien die Faszien eine wichtige Rolle einzunehmen (Schleiß/Bayer, Uni Ulm 2014).

Deutschland sitzt sich krank,

warnt der TK-Vorstand Jens Baas. Jeder Berufstätige verbringt im Durchschnitt 7 Stunden sitzend, jeder Dritte sogar bis zu 9 Stunden. Es ist wissenschaftlich vielfach belegt, dass derjenige, der sich wenig bewegt, sich auch schlechter fühlt – und das hat vielleicht auch Auswirkungen darauf, wie sexy er auf andere Menschen wirken mag.

Letztendlich zeigt sich immer wieder die Wahrheit der alten lateinischen Weisheit „mens sana in corpore sano“, zu Deutsch ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Wenn wir also für einen gesunden Körper sorgen, schaffen wir ideale Voraussetzungen für einen gesunden Geist.

Ernährung: schlau & sexy durch essen?

Wer sexy durch essen werden möchte, dem ist klar, dass die Essmenge in einem guten Verhältnis zu den verbrauchten Kalorien stehen muss, damit das Körpergewicht im Lot gehalten werden kann. Die einen reduzieren lieber ihre zugeführten Kalorien, die anderen sorgen eher für einen Mehrverbrauch durch sportliche Aktivitäten. Da letzterer Weg auch noch viele andere Vorteile bringt, halten wir diesen für den geeigneten; am wirkungsvollsten zur Gewichtsabnahme ist natürlich die Kombination aus beiden.

Was kann man nun konkret essen und trinken, um schlank und attraktiv zu bleiben?

Dieses Thema könnte ein ganzes Buch füllen, daher hier nur ein paar Kurztipps als die uns wichtigsten Punkte:

  • Wasser statt Fruchtsäfte
  • Gemüse statt Fastfood
  • Nicht hungern (das wirkt schlecht auf die Psyche und somit die Ausstrahlung)
  • Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Maß und in Abhängigkeit zur Intensität des Trainings
  • Mut zu Fetten, vor allem zu den gesunden essentiellen Fetten
  • Ausreichend Proteine

Kann ich durch gezielte Nahrungsmittel auch schlau werden oder zumindest meinen Gehirnstoffwechsel unterstützen?

Hier folgende Kurztipps (nach Empfehlungen von Dr. Feil):

  • Durch Molkeneiweiß ist die Sauerstoffversorgung nach Konsum von Molkenproteinen besser
  • Lachs mit Omega-3-Fettsäuren wirkt sich positiv auf das Wachstum von Gehirnzellen aus
  • Eier: die Choline im Eigelb sorgen dafür, dass die Botenstoffe im Hirn funktionieren
  • Das Lutein, das z.B. in Grünkohl vorkommt, schützt die Neuronen im Gehirn vor oxidativen Schädigungen

Schlau und sexy mit einer guten Ernährung?

Du hast täglich selbst die Entscheidung, welche Nahrungsmittel Du Deinem Körper und Deinem Geist gibst. Nutze dieses Potential.

Training: Macht Laufen sexy?

Schaut man die Läufer in der Endphase eines Marathons (bei km 40) an, so denkt man nicht zwangsläufig, dass das Laufen den Läufer sexy macht. Doch was sich eindeutig zeigt ist, dass sportlich aktive Menschen und hier die Läufer sich wohler in ihrem Körper als der inaktive Teil der Bevölkerung fühlt; letztendlich werden sie somit auch attraktiver für deren Umgebung.

„Die Fähigkeit, Tiere bis zu deren Erschöpfung zu jagen, um sie dann zu erlegen, war für die Menschen der Urzeit von elementarer Bedeutung.“

Evolutionsbiologen haben festgestellt, dass das Laufen dem Urzeitmenschen deutliche Vorteile brachte: Gute Läufer hatten nicht nur bei der Jagd auf Nahrung bessere Chancen, sondern auch bei der Partnerwahl.

„Wer beim Laufen länger durchhielt, war ein guter Ernährer und damit begehrter Paarungspartner“.

Die Wissenschaftler untersuchten dabei das Verhältnis zwischen Zeige- und Ringfinger: Menschen mit einem längeren Ringfinger haben mehr Spermien und einen ausgeprägteren Sexualtrieb; dies begründet sich auf einen höheren Testosteronspiegel und damit höhere Zeugungsfähigkeit; spannend dabei: genau diese Kandidaten sind auch die besseren Läufer.

Wird man nur durch Laufen sexy?

Natürlich gilt das auch für andere Sportarten. Empfehlenswert ist die Kombi mit Kräftigungstraining: Gestylte Körper wirken attraktiver als der asketisch ausgemergelte Körper des Leistungsläufers. Triathleten haben in der Regel einen schönen muskulösen Body; daher ist auch Schwimmen oder Klettern eine gute Kombination mit dem Laufen, wenn man ungern gezielte Kraftübungen machen möchte. Auch das Rudern wirkt gut beim Bodystyling, zudem ist es auf dem Ruderergometer eine gute Indoor-Alternative mit wenig Zeitbedarf

Laufen macht aber nicht generell sexy und attraktiv. Es scheint auch entscheidend zu sein, wie entspannt und locker derjenige seinen Sport betreibt. Wer an 6 Wochentagen sein 20 km-Programm runterspult und mit ausgemergeltem Tunnelblick durch die Gegend rennt, verliert wohl sein Sex-Appeal. „Dreimal 30 bis 60 Minuten Laufen in der Woche reichen völlig aus, um von all den gesundheitlichen Effekten dieses Sports zu profitieren und gleichzeitig Figur, Ausstrahlung und Sex-Appeal zu tunen,“ postet die fitforfun auf ihrer Homepage. Wenn Du das noch konkreter und auf Deine aktuelle Fitness abgestimmt haben möchtest, dann empfehlen wir Dir eine Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose an einem unserer Standorte.

Richtiges Training bei Untergewicht

In einem unserer vergangenen Blogartikel war zu lesen, dass mehr als 60 % der Männer und über 50 % der Frauen Übergewicht haben. In diesem Artikel wollen wir uns mit einer kleineren Zielgruppe beschäftigen, nämlich derjenigen, die zu wenig Gewicht auf die Waage bringt. Die WHO definiert Untergewicht mit einem Body Mass Index kleiner 18,5; diesen kann jeder selbst ausrechnen, indem er sein Gewicht durch das Quadrat der Größe (in Metern) teilt. Ab einem Alter von 65 Jahren steigt die Grenze des Untergewichts auf 22,0, da sich höheres Alter und Untergewicht schlecht vertragen.

Von Untergewicht sind laut statistischem Bundesamt 1 % der Männer und 4 % der Frauen betroffen.

Das sind bei weitem wesentlich weniger Betroffene als bei Übergewicht, doch auch dieser Personenkreis bringt gesundheitliche Risiken mit. Wie sollen Leute trainieren, die zu wenig Gewicht auf die Waage bringen? Macht es Sinn, dass diese ebenfalls viel Grundlagenausdauertraining machen, um ihre aerobe Kapazität – also den Fettstoffwechsel – in Gang bringen?

Zuallererst sollte das Training Maßnahmen beinhalten, mehr Gewicht auf die Waage zu bringen.

„Wertvolles“ stoffwechselaktives Gewicht ist natürlich die Muskelmasse, die durch Kräftigungstraining erhöht werden kann. Ein guter Kraftaufbau ist an Krafttrainingsgeräten in einem gut geführten Fitness-Studio oder einer medizinischen Trainingstherapie in einer Physiotherapiepraxis sinnvoll. Auch Vereine haben teils hervorragende Angebote und sehr gut ausgebildete Übungsleiter, die beispielsweise in einer Gruppe zur Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, Ski-/ Fitnessgymnastik oder anderen Angeboten den Teilnehmern effektive Übungen für den Kraftaufbau näher bringen. Eine weitere Variante wären Übungen zu Hause, die mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Kleingeräten wir Theraband, Pezziball oder Hanteln durchgeführt werden können. Das ist mit Sicherheit die zeitsparendste Variante, allerdings fehlt hier die professionelle Anleitung, wodurch sich Fehler bei der Übungsausführung einschleichen können.

Ein wichtiger Punkt zum Kraftaufbau ist jedoch vor allem bei untergewichtigen Personen die Ernährung: Wird schlecht und zu wenig Eiweiß gegessen, fehlt natürlich das „Baumaterial“ zum Muskelaufbau.

Das Ausdauertraining darf aber auch bei Untergewichtigen nicht fehlen. Primärer Zweck ist hier zwar nicht die Verbesserung des Fettstoffwechsels zur Gewichtsregulation. Aber aerobes Ausdauertraining, also lockere langsame Einheiten in niedrigen Pulsbereichen, hat noch viele andere positive Wirkungen: Es reduziert den Stress durch Abbau von Adrenalin, es stärkt das Immunsystem, es reguliert Blutdruck und Cholesterinwerte auf ein gesundes Niveau und fördert den Schlaf durch Beeinflussung des Hormons Melatonin, v.a. bei Outdoor-Training. Und mit Sicherheit kommt nach einem 45 min-Lauf oder einer eineinhalbstündigen Radausfahrt der Hunger auf ein leckeres gesundes Essen.

Exzessives hartes Training in hohen Pulsbereichen, also z.B. Intervalle oder Tempoläufe, sind hier fehl am Platz

da Untergewichtige nicht über die körperlichen Ressourcen zur Adaptation verfügen; der Trainingseffekt bleibt oft aus, im schlechteren Fall können intensive Belastungen bei Untergewichtigen schnell zum Übertraining führen.

Medizin / Wissenschaft: Sport, Ökologie und Nachhaltigkeit

Im Trainingsteil haben wir davon gesprochen, welchen ökologischen Fußabdruck jeder durch seine eigenen sportlichen Aktivitäten hinterlässt. In sportspezifischen Fragestellungen kann der Kreis noch weiter gezogen werden: Dies geht los von den Klamotten und dem Material, mit dem man sich eindeckt: Werden von Herstellerseite ökologische Aspekte beachtet? Weiter geht es über den Sportstättenbau bis hin zu Sportgroßveranstaltungen: Was bleibt beispielsweise nach der großen Geldmaschinerie „Olympia“? Werden die Anlagen auch unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet und danach nachhaltig genutzt? Von Land zu Land ist das sicherlich höchst unterschiedlich. Spannend wird auch die Betrachtung des Sporttourismus, eine wissenschaftliche Arbeit der Uni Mainz widmet sich hier dem Golfen auf Thailand, Surfen auf Bali und Tauchen auf den Malediven.

Ökologische Aspekte bei Sportkleidung

Doch zunächst zurück zu Herstellern und Warenhäusern: Inzwischen stürzen sich viele auf den Ökologie-Markt; es macht aber Sinn zu prüfen, was dahinter steckt. Als Positiv-Beispiel sei hier das Familienunternehmen Vaude aus dem oberschwäbischen Tettnang genannt, in dem Umweltmanagement Chefsache ist (Green Shape Label). Seit Jahrzehnten zieht sich der ökologische Gedanke durch die Firmen-Ideologie. Mit Sicherheit auch naheliegend, da die Firma ja auf den Outdoor-Sport setzt und somit letztendlich auch von einer intakten Umwelt und Bergwelt abhängig ist;

„Als Bergsportausrüster ist es uns ein Anliegen, das ‚Spielfeld‘ unserer Kunden und Mitarbeiter zu schützen“,

ist auf der Homepage zu lesen. Bei Vaude gehen die ökologischen Ansätze innerhalb der Firma von ressourcenschonenden wirtschaften über Engagement von Umweltschutzprojekten bis hin zu umweltfreundlichen Materialien und Recycling (kompostierbare Klamotten). Für das Umweltmanagement erhielt Vaude bereits zahlreiche Auszeichnungen, 2015 beispielsweise den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und jüngst den Eurpean Business Award. In unseren Augen tolle Ideen und prima Umsetzung aus diesem heimatländischen Betrieb, es macht Freude, so eine hochwertige und nachhaltige Firma in der Heimatregion zu haben.

Sporttourismus und Ökologie

Sportreisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind nach einer wissenschaftlichen Arbeit von Caduff* zu einem wichtigen Segment der Tourismusbranche aufgestiegen. Allerdings wurde der „homo touristicus sportivus“ und seine Auswirkungen auf ökologische Aspekte nach Caduff noch wenig wissenschaftlich erforscht. Im Sporttourismus ist es allerdings wichtig, eine nachhaltige Entwicklung in den Fremdenverkehrsregionen anzustreben. In seiner Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades untersuchte er die Auswirkungen des Sporttourismus auf die jeweilige Region.

Der Surftourismus auf Halbinsel Bukit auf Bali unterlag in den letzten zwei Jahrzehnten einem enormen Wachstum, da dieser als eine der Top Ten der Surfgebiete der Welt gehandelt wird. Caduff kommt zu dem Schluss, dass

„wenngleich internationale Organisationen (…) vor allem die Surfer wie auch die Lokalbevölkerung auf Bali zu einem nachhaltigen ökologischen Umgang aufrufen und durch Einzelprojekte versuchen, das Ökosystem zu schützen, diesbezüglich von institutioneller Seite aus auf Bali keine Aufklärung der Lokalbevölkerung oder der Surftouristen stattfindet, die zu einem nachhaltigen Umgang im Zielgebiet aufruft“.

Das unkontrollierte Wachstum der dortigen Tourismusbranche mit all damit verbundenen Problemen (Verkehr, Müll, Verschluss landwirtschaftlicher Flächen …) wird zeigen, ob sich des „Paradies Bali“ in der Dimension halten kann. Bei den Massen an Surfern zeigt sich zum Beispiel, dass diese beim ins Wasser gehen unkontrolliert auf den dortigen strandnahen Korallen herumtrampeln. Es hängt also hier leider viel an der Eigenverantwortung des Surfers und Sporttouristen.

Auch in Thailand zeigt sich durch den rasanten Anstieg der Tourismusindustrie ein unkontrolliertes und unkoordiniertes Wachstum und somit eine für das Ökosystem ungünstige Entwicklung. Allerdings fand hier um die Jahrtausendwende die Nachhaltigkeit Einzug in den nationalen Entwicklungsplan, in den Folgejahren sogar als nationale Agenda. Bestrebungen sind zwar da, aber in der Umsetzung der Gesetze scheitert eine nachhaltige Tourismusindustrie. Im Teilbereich des Golftourismus lassen sich zum Teil positive Tendenzen erkennen, da die Golfplätze auf ehemals devastierten Zinnminen errichtet wurden und es somit zu einer Inwertsetzung der Landschaft im Landesinneren gekommen ist. Allerdings schwächt der massive Einsatz von Düngemittel und Pestiziden sowie die mangelhafte Abfallentsorgung das positive Bild deutlich ab.

Das tropische Inselarchipel der Malediven gilt unter Tauchern als eines der besten Tauchreviere. Diese Entwicklung begann 1972 mit drei Privatinvestoren, die die erste Tauchbasis mit einfachen Wohnanlagen in einfacher Bauweise aus Korallensteinen und einem Dach aus Kokospalmen errichteten. Es wird heute als „the first gem oft he multi-million dollar industry“ bezeichnet. Die einzigartige Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie zum Schutz des fragilen Riffökosystems begründet sich auf den Malediven darin, „dass der Grundbesitz einer touristischen Ressortinsel nach Ablauf der Pachtzeit in den Händen der Regierung bleibt.“ Die Ressorts müssen also den Gesetzen und Richtlinien zum Umweltschutz bei Abschluss eines Pachtvertrags zustimmen und bei der Errichtung, Instandhaltung und dem Betrieb der Ressortanlage nach strengen Maßgaben einhalten. Dies geht soweit, dass lediglich 20 % der Gesamtgrundfläche bebaut werden dürfen, nur 68 % der Strandlänge für die Gäste genutzt werden darf. Kriterien für die Müllentsorgung sind genau festgelegt, zudem die Strandreinigung bis hin zur Verwendung von Mitteln zur Insektenbekämpfung. Der rasante Anstieg des Tourismus auf den Malediven seit den 70er Jahren führt aber auch hier – obgleich die maledivische Regierung hier den ökonomischen Interessen der Ressortbetreiber entgegenwirkt – zu diversen Problemen, speziell bei den Abwässern und der Müllentsorgung. Auch die Kontakte der Massen an Tauchern mit den Korallenriffen führt natürlich zu einem Eingriff und einer Schädigung der Riffs. Die (Tauch-) Tourismusindustrie offenbart nach Caduff auch hier im Sinne einer nachhaltigen Umsetzung Schwächen.

Zusammenfassend lässt sich daher feststellen, dass es vor allem an der Eigenverantwortung des Sportlers liegt, wie er mit seiner Umwelt und der Natur umgeht. Gerade angesichts der anstehenden Urlaubszeit ist es uns mit unserem Newsletter & Blog ein Anliegen, hier Gedankenanstöße zu liefern und Dich für ein umweltschonendes Sporttreiben zu gewinnen. In diesem Sinne eine schöne, erholsame und naturverbundene Urlaubszeit.

 

*Literaturquelle: Caduff, A.: „Sporttourismus und nachhaltige Entwicklung in Fremdenverkehrsregionen.“ Dissertation Mainz 2006

Ernährung: klimafreundliche Ernährung

Was bedeutet Ökologie beim Essen?

Auch jeder, der Lebensmittel konsumiert, hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Zu prüfen ist dabei, welche Lebensmittel ich esse und welche Ökobilanz diese haben. Ein Gemüse wird anders angebaut und hergestellt als ein Steak, das man sich abends auf den Grill legt. Ein Mastvieh braucht andere Bedingungen als ein Gemüsebeet. Bezüglich der Ökologie sollten die Lebensmittel auch länder- und saisonabhängig gesehen werden: Erdbeeren aus fernen Ländern im Winter ins Gemüseregal zu stellen braucht ganz andere Voraussetzungen als diese während der normalen Saison im Mai aus regionalem Anbau anzubieten.

Beim Fleisch beispielsweise wird mit einem CO2-Äquivalent gerechnet: Durch die Produktion von 1 kg Rindfleisch entstehen rund 25 kg klimaschädlicher Gase. Man muss sich aber die Freude am Grillen nicht nehmen lassen, denn besonders heimisch erzeugtes Rindfleisch hat eine wesentlich bessere Ökobilanz als das Steak aus Argentinien. Gleichzeitig hat das Fleisch des heimischen Rindes, das auch mal eine Weide gesehen hat und somit mehr Bewegung hatte als ein reines Mastvieh aus fernen Ländern, wesentlich mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren sowie weniger gesättigte Fette, da dieses „Fettmuster“ durch Bewegung gebildet wird.

Weiter geht es mit dem Gemüse: Auch hier schlägt sich ein regionales Einkaufsverhalten massiv auf die Ökobilanz nieder: Denn „durch das Einfliegen von Obst- und Gemüse wird ca. 48-mal mehr Treibstoff verbraucht und dabei mehr als 10 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Lebensmittel verursacht.“* Doch nicht nur regionale, auch saisonale Gesichtspunkte spielen eine wichtige Rolle.

„Produkte, die außerhalb der Saison in beheizten Gewächshäusern angebaut werden, sind um das zehnfache schädlicher für das Klima als saisonale Produkte, die im Freiland ohne künstliche Wärmezufuhr auskommen.“*

Hier die wichtigsten Ratschläge für ein klimafreundliches Ernährungsverhalten:

• Setze verstärkt auf regionale Produkte und kaufe diese nach der entsprechenden Saison ein
• Kaufe Fleisch und Fleischprodukte aus heimischer und artgerechter Erzeugung
• Fisch empfiehlt sich ebenfalls aus heimischer Erzeugung, bei Seefisch und Meerestieren hast Du die beste Ökobilanz beim Genuss im Urlaub am Meer
• Reduziere Deine Lebensmittelabfälle
• Nutze Bio-Produkte und Produkte aus fairem Handel
• Meide Produkte mit aufwendigen Verpackungen und trenne den Müll nach Wertstoffen

Unser Fazit: Lass Dir die regionalen, saisongerechten und klimaverträglichen Lebensmittel gut schmecken!

 

*Literaturquelle: Burkert, G.: „klimafreundliche Ernährung“ In: Akzente 50 ff

Training: ökologisch Sport treiben – was bedeutet das?

„15 Millionen Natursportlerinnen und Natursportler treiben regelmäßig Sport in der Natur. Beim Wandern, Klettern, Kanufahren, Segelfliegen, Tauchen, Reiten und vielen anderen Sportarten spielt neben der sportlichen Betätigung das Naturerlebnis eine zentrale Rolle“,

beginnt der Artikel vom BMUB seine Ausführungen.

Die Frage, die sich jeder Sportler stellen kann, ist, wann fängt Naturerleben an und wo macht es Sinn, dass es aufhört? Wir haben den letzten Newsletter über das Wandern und seinen hohen gesundheitlichen Stellenwert geschrieben. Wenn man als Wanderer jetzt noch die Grenzen von Naturschutzgebieten respektiert und die Pflanzenwelt unberührt lässt, hat das Wandern auch den höchsten ökologischen Stellenwert: Denn der „ökologische Fußabdruck“, den ich in der Natur hinterlasse, ist nur äußerst gering. Beim Mountainbiken wird der Fußabdruck schon etwas größer, doch wenn auch hier die ausgeschriebenen Strecken eingehalten werden, ist dies ebenfalls eine sehr naturverbundene und wenig in die Natur eingreifende Sportart.

Anders sieht es bei den Wintersportarten aus:

Das Skilanglaufen hat sicherlich noch den geringsten Einfluss auf die Natur, im Frühjahr ist nur die platzgewalzte Loipenspur etwas länger auf den Wiesen zu sehen. Skitourengeher geben je nach Abfahrtsgewohnheiten auch einen mäßigen Abdruck, allerdings steigen die Störungen für Fauna und Flora mit den zunehmenden Massen dieser Sportart. Zweifelsohne greift das Ski alpin am stärksten in das ökologische Gleichgewicht unserer Bergwelt ein. In den letzten drei Jahren gab es laut Aussagen der Silvretta Montafon GmbH nur 30 % des sonst üblichen und durchschnittlichen Niederschlags in den Vorarlberger Alpen; das muss natürlich mit Beschneiungsanlagen kompensiert werden, da ansonsten der Wintertourismus, das wichtigste Standbein der dortigen Tourismuswirtschaft, darunter leidet. Auch in den Allgäuer Alpen mehren sich angesichts der geringeren Schneemengen die Diskussionen um den Ausbau der Anlagen für die Skifahrer, jüngstes Beispiel ist der Skiverbund am Riedberger Horn. Naturschützer gehen hier gegen die wirtschaftlichen Interessen auf die Barrikaden. Landrat Anton Klotz hat hier eine ganz andere Position:

„Eine Zerstörung der natürlichen Grundlagen – wie immer wieder böswillig behauptet wird – kann ich nicht mal ansatzweise erkennen“,

ist es im Wirtschaftsmagazin zu lesen*. Die Regionen und Gemeinden wissen, wie wichtig eine intakte Natur ist. Die Gemeinde Hindelang im Oberallgäu geht hier seit fast 30 Jahren mit Ihrem „Ökomodell Hindelang“ mit gutem Beispiel voran. Nachdem die Zahl der erwerbstätigen Landwirte damals von ursprünglich 200 rapide auf unter 90 zurückging, war Handlungsbedarf angesagt, um eine Verbuschung und Verarmung der Flächen zu vermeiden. Heute findet dieses Modell, das den Fokus auf Naturschutz und Nachhaltigkeit, sanften Tourismus sowie regionale und direkte Vermarktung legt, weltweit Anerkennung (wie z.B. zuletzt durch die UNESCO).

Prüfe Dich selbst, welche Sportarten Du gerne treibst und was Du innerhalb dieser Sportarten machen kannst, um Dich und Deine Natur um Dich herum zu schützen, damit Du auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch eine intakte und unberührte Natur genießen kannst; denn genau das macht einen großen Teil des Erholungswerts beim Sporttreiben aus.

 

 

*Literaturquelle:  Interview mit Landrat Anton Klotz in: Allgäuer Wirtrschaftmagazin 1/2017, 50 f.