Medizin / Wissenschaft: Schön und reich durch Sport?

Macht uns Sport schön und sogar reich?

Bei dem ein oder anderen wird man eher denken, dass er durch seine sportlichen Ambitionen und die notwendige Materialausrüstung (wie beim Triathlon, Gleitschirmfliegen, Tauchen u.a.) arm wird. Einige wenige werden direkt durch den Sport reich, wenn sie als Profi die richtige Sportart (v.a. Fußball, Tennis) wählen. Doch das betrifft sicherlich die wenigsten von uns; profitiert man aber auch in anderer Weise noch von sportlichen Aktivitäten?

Es gibt mehrfach Studien, dass sportliche Aktivitäten auch die Gehaltsstufe beeinflussen: Die Forscher fanden heraus, dass Sport neben der Gesundheit auch die sozialen Kompetenzen fördert. Das sind Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Positiv wirkt sich das bei der Arbeitsplatzsuche, aber auch bei Gehaltsverhandlungen, aus.

Ein Forscherteam der Uni St. Gallen untersuchte dazu den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und beruflichem Erfolg.

Allgemein bekannt ist dabei schon lange, dass sich eine bessere Fitness mit einer höheren Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf sowie einer besseren Stressresistenz bezahlt macht. Die Wissenschaftler wollten jetzt aber herausfinden, ob sich sportliche Aktivitäten auch auf den individuellen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Sie fanden Lohnunterschiede zu Inaktiven Probanden in einer Höhe von 4 bis 17 %. „Daten des sozioökonomischen Panels für Deutschland belegen zum Beispiel ein fünfprozentiges Einkommensplus für Männer, die mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Besonders interessant war der untersuchte Unterschied zwischen sportlich aktiven versus sportlich inaktiven Jugendlichen: Die aktive Gruppe wies zum einen bessere schulische Leistungen auf, zum anderen eine ausgeprägtere Sozialkompetenz. Beide Komponenten wirken sich positiv auf die Arbeitsmarktchancen aus. Untersuchungen zeigten, dass junge Frauen, die bereits mit 15 Jahren regelmäßig Sport trieben, später durchschnittlich rund sechs Prozent mehr verdienen als jene, die in der Jugend Sport mieden.

Um zu wissen, dass wir in Alltag und Beruf besser zurecht kommen und bessere Chancen auf ein erfülltes Leben haben, bedarf es sicherlich keiner wissenschaftlichen Studien, sondern nur einem guten Menschenverstand: Jeder sportlich Aktive kennt das: Fühle ich mich wohl in meiner Haut, so geht es mir besser, mein Alltag gelingt mir leichter und Probleme werden kleiner.

Es ist allgemein bekannt, dass sich Körper und Psyche gegenseitig beeinflussen: Allein die Körperhaltung hat hier schon einen deutlichen Einfluss auf die Psyche: Habe ich eine gut gestärkte Rumpfmuskulatur, ist meine Haltung aufrecht? Haltung macht Stimmung: Die Psyche fühlt sich dadurch gestärkt, man ist glücklicher und selbstbewusster – das sind wichtige und zentrale Eigenschaften für den Alltag!

Solche Dinge finden in den letzten Jahren vermehrt das Interesse wissenschaftlicher Untersuchungen: Bereits 2001 untersuchten Hollmann und Strüder in einer Übersichtsarbeit interessante Aspekte zwischen Bewegung und Psyche. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Selbst bei einfachen Handbewegungen kommt es bereits zu einer erhöhten Gehirndurchblutung. Langsames Gehen führt zu einer ausgeprägten Steigerung der Durchblutung im Gehirn. Bewegung ist demnach in Arbeitspausen äußerst effektiv zur Regeneration des Gehirns.
  • Durch sportliche Aktivitäten kommt es zu einer Vielzahl an ausgeschütteten Hormonen (siehe auch unser Newsletter vom Februar 2017). Wichtig für Stimmung, Zufriedenheit und Entspannung ist vor allem das Serotonin.
  • Auch strukturelle Veränderungen des Gehirns werden durch Bewegung angebahnt und maßgeblich beeinflusst: Es erhöht sich die Anzahl der Synapsen und es erfolgt eine Verlängerung und Stabilisierung der Nervenfasern.
  • Letztendlich wirkt sich die körperliche Aktivität auch auf die Schmerzwahrnehmung und -toleranz aus. Hier scheinen nach neueren Studien die Faszien eine wichtige Rolle einzunehmen (Schleiß/Bayer, Uni Ulm 2014).

Deutschland sitzt sich krank,

warnt der TK-Vorstand Jens Baas. Jeder Berufstätige verbringt im Durchschnitt 7 Stunden sitzend, jeder Dritte sogar bis zu 9 Stunden. Es ist wissenschaftlich vielfach belegt, dass derjenige, der sich wenig bewegt, sich auch schlechter fühlt – und das hat vielleicht auch Auswirkungen darauf, wie sexy er auf andere Menschen wirken mag.

Letztendlich zeigt sich immer wieder die Wahrheit der alten lateinischen Weisheit „mens sana in corpore sano“, zu Deutsch ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Wenn wir also für einen gesunden Körper sorgen, schaffen wir ideale Voraussetzungen für einen gesunden Geist.

Medizin / Wissenschaft: Sport, Ökologie und Nachhaltigkeit

Im Trainingsteil haben wir davon gesprochen, welchen ökologischen Fußabdruck jeder durch seine eigenen sportlichen Aktivitäten hinterlässt. In sportspezifischen Fragestellungen kann der Kreis noch weiter gezogen werden: Dies geht los von den Klamotten und dem Material, mit dem man sich eindeckt: Werden von Herstellerseite ökologische Aspekte beachtet? Weiter geht es über den Sportstättenbau bis hin zu Sportgroßveranstaltungen: Was bleibt beispielsweise nach der großen Geldmaschinerie „Olympia“? Werden die Anlagen auch unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet und danach nachhaltig genutzt? Von Land zu Land ist das sicherlich höchst unterschiedlich. Spannend wird auch die Betrachtung des Sporttourismus, eine wissenschaftliche Arbeit der Uni Mainz widmet sich hier dem Golfen auf Thailand, Surfen auf Bali und Tauchen auf den Malediven.

Ökologische Aspekte bei Sportkleidung

Doch zunächst zurück zu Herstellern und Warenhäusern: Inzwischen stürzen sich viele auf den Ökologie-Markt; es macht aber Sinn zu prüfen, was dahinter steckt. Als Positiv-Beispiel sei hier das Familienunternehmen Vaude aus dem oberschwäbischen Tettnang genannt, in dem Umweltmanagement Chefsache ist (Green Shape Label). Seit Jahrzehnten zieht sich der ökologische Gedanke durch die Firmen-Ideologie. Mit Sicherheit auch naheliegend, da die Firma ja auf den Outdoor-Sport setzt und somit letztendlich auch von einer intakten Umwelt und Bergwelt abhängig ist;

„Als Bergsportausrüster ist es uns ein Anliegen, das ‚Spielfeld‘ unserer Kunden und Mitarbeiter zu schützen“,

ist auf der Homepage zu lesen. Bei Vaude gehen die ökologischen Ansätze innerhalb der Firma von ressourcenschonenden wirtschaften über Engagement von Umweltschutzprojekten bis hin zu umweltfreundlichen Materialien und Recycling (kompostierbare Klamotten). Für das Umweltmanagement erhielt Vaude bereits zahlreiche Auszeichnungen, 2015 beispielsweise den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und jüngst den Eurpean Business Award. In unseren Augen tolle Ideen und prima Umsetzung aus diesem heimatländischen Betrieb, es macht Freude, so eine hochwertige und nachhaltige Firma in der Heimatregion zu haben.

Sporttourismus und Ökologie

Sportreisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind nach einer wissenschaftlichen Arbeit von Caduff* zu einem wichtigen Segment der Tourismusbranche aufgestiegen. Allerdings wurde der „homo touristicus sportivus“ und seine Auswirkungen auf ökologische Aspekte nach Caduff noch wenig wissenschaftlich erforscht. Im Sporttourismus ist es allerdings wichtig, eine nachhaltige Entwicklung in den Fremdenverkehrsregionen anzustreben. In seiner Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades untersuchte er die Auswirkungen des Sporttourismus auf die jeweilige Region.

Der Surftourismus auf Halbinsel Bukit auf Bali unterlag in den letzten zwei Jahrzehnten einem enormen Wachstum, da dieser als eine der Top Ten der Surfgebiete der Welt gehandelt wird. Caduff kommt zu dem Schluss, dass

„wenngleich internationale Organisationen (…) vor allem die Surfer wie auch die Lokalbevölkerung auf Bali zu einem nachhaltigen ökologischen Umgang aufrufen und durch Einzelprojekte versuchen, das Ökosystem zu schützen, diesbezüglich von institutioneller Seite aus auf Bali keine Aufklärung der Lokalbevölkerung oder der Surftouristen stattfindet, die zu einem nachhaltigen Umgang im Zielgebiet aufruft“.

Das unkontrollierte Wachstum der dortigen Tourismusbranche mit all damit verbundenen Problemen (Verkehr, Müll, Verschluss landwirtschaftlicher Flächen …) wird zeigen, ob sich des „Paradies Bali“ in der Dimension halten kann. Bei den Massen an Surfern zeigt sich zum Beispiel, dass diese beim ins Wasser gehen unkontrolliert auf den dortigen strandnahen Korallen herumtrampeln. Es hängt also hier leider viel an der Eigenverantwortung des Surfers und Sporttouristen.

Auch in Thailand zeigt sich durch den rasanten Anstieg der Tourismusindustrie ein unkontrolliertes und unkoordiniertes Wachstum und somit eine für das Ökosystem ungünstige Entwicklung. Allerdings fand hier um die Jahrtausendwende die Nachhaltigkeit Einzug in den nationalen Entwicklungsplan, in den Folgejahren sogar als nationale Agenda. Bestrebungen sind zwar da, aber in der Umsetzung der Gesetze scheitert eine nachhaltige Tourismusindustrie. Im Teilbereich des Golftourismus lassen sich zum Teil positive Tendenzen erkennen, da die Golfplätze auf ehemals devastierten Zinnminen errichtet wurden und es somit zu einer Inwertsetzung der Landschaft im Landesinneren gekommen ist. Allerdings schwächt der massive Einsatz von Düngemittel und Pestiziden sowie die mangelhafte Abfallentsorgung das positive Bild deutlich ab.

Das tropische Inselarchipel der Malediven gilt unter Tauchern als eines der besten Tauchreviere. Diese Entwicklung begann 1972 mit drei Privatinvestoren, die die erste Tauchbasis mit einfachen Wohnanlagen in einfacher Bauweise aus Korallensteinen und einem Dach aus Kokospalmen errichteten. Es wird heute als „the first gem oft he multi-million dollar industry“ bezeichnet. Die einzigartige Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie zum Schutz des fragilen Riffökosystems begründet sich auf den Malediven darin, „dass der Grundbesitz einer touristischen Ressortinsel nach Ablauf der Pachtzeit in den Händen der Regierung bleibt.“ Die Ressorts müssen also den Gesetzen und Richtlinien zum Umweltschutz bei Abschluss eines Pachtvertrags zustimmen und bei der Errichtung, Instandhaltung und dem Betrieb der Ressortanlage nach strengen Maßgaben einhalten. Dies geht soweit, dass lediglich 20 % der Gesamtgrundfläche bebaut werden dürfen, nur 68 % der Strandlänge für die Gäste genutzt werden darf. Kriterien für die Müllentsorgung sind genau festgelegt, zudem die Strandreinigung bis hin zur Verwendung von Mitteln zur Insektenbekämpfung. Der rasante Anstieg des Tourismus auf den Malediven seit den 70er Jahren führt aber auch hier – obgleich die maledivische Regierung hier den ökonomischen Interessen der Ressortbetreiber entgegenwirkt – zu diversen Problemen, speziell bei den Abwässern und der Müllentsorgung. Auch die Kontakte der Massen an Tauchern mit den Korallenriffen führt natürlich zu einem Eingriff und einer Schädigung der Riffs. Die (Tauch-) Tourismusindustrie offenbart nach Caduff auch hier im Sinne einer nachhaltigen Umsetzung Schwächen.

Zusammenfassend lässt sich daher feststellen, dass es vor allem an der Eigenverantwortung des Sportlers liegt, wie er mit seiner Umwelt und der Natur umgeht. Gerade angesichts der anstehenden Urlaubszeit ist es uns mit unserem Newsletter & Blog ein Anliegen, hier Gedankenanstöße zu liefern und Dich für ein umweltschonendes Sporttreiben zu gewinnen. In diesem Sinne eine schöne, erholsame und naturverbundene Urlaubszeit.

 

*Literaturquelle: Caduff, A.: „Sporttourismus und nachhaltige Entwicklung in Fremdenverkehrsregionen.“ Dissertation Mainz 2006

Medizin / Wissenschaft: (Berg-)Wandern und Gesundheit

Dass Wandern gesund ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Es gibt zahlreiche Studien, die das wissenschaftlich belegen. Genannt sei hier beispielsweise die Studie von der Uni Halle-Wittenberg unter Leitung von Prof. Hottenrott, der die Wirkung des Wanderns auf klassische Parameter wie das Körpergewicht, die Herzfrequenz unter Belastung sowie den Blutdruck untersucht hat. In der Probandengruppe waren 223 Studienteilnehmer. Dabei waren die weitgehend unsportlichen Teilnehmer/-innen lediglich 2x/Woche 90 min unterwegs, der Untersuchungszeitraum lag bei drei Monaten. Die Ergebnisse wurden anhand einer Kontrollgruppe, die inaktiv waren, dargestellt. „Die aktive Gruppe verbesserte im Untersuchungszeitraum nicht nur die Ausdauerfähigkeit, sondern auch Koordination, Blutdruck und körperbezogene Daten wurden positiv durch das Wandern beeinflusst“, resümiert Annika Lösche vom Forscherteam um Hottenrott. Konkret verbesserten die Wandergruppe ihr Körpergewicht im Schnitt um 1,3 kg (von durchschnittlich 93,1 auf 91,8 kg), den systolischen Blutdruck von durchschnittlich 151 auf 142 mmHg, den diastolischen von durchschnittlich 92 auf 84 mmHg und die Herzfrequenz von 131 auf 122 S/min – sprich bei gleichem Gehtempo lag der Puls um 9 S/min tiefer. Nicht auszudenken, wie gut die Effekte gewesen wären, wenn die Teilnehmer/-innen – wie ansonsten beim Wandern üblich – noch längere Touren und Ausflüge gemacht hätten.

Im Gegensatz zu den körperlichen Parametern sind die Wirkmechanismen auf die Psyche weitaus weniger untersucht, da sie von der Wissenschaft schwerer zu fassen sind. In Japan wird seit mehr als 10 Jahren untersucht, welchen Einfluss das „shirin-yoku“ hat, was im deutschen Sprachgebrauch übersetzt als „Baden in Waldluft“ bedeutet. Spannenderweise untersuchen die Japaner die therapeutischen Wirkungen des Waldes auf die Psyche anhand physiologischer Parameter, also biochemische Reaktionen im zentralen und vegetativen Nervensystem als Hinweis auf die Regulation von Stress. Fazit war, dass sich die Probanden durch „shirin-yoku“ wohler, ruhiger und aufgeweckter fühlten.

Jeder Wanderer weiß auch ohne wissenschaftliche Studien, wie gut man sich nach einer ausgedehnten Wanderung fühlt, wie wohlriechend und entspannend die Luft des Waldes wirkt und wie erfüllend es ist, auf dem Gipfel eines Berges zu stehen und die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen. Würdest Du Dich beim Anblick dieses Bildes, aufgenommen auf der Terrasse der Madrisa-Alm im Montafon, nicht ebenfalls wohl fühlen und entspannen? Ich tanke jede Woche in dieser Umgebung auf.

Medizin / Wissenschaft: Sport bei Allergien?

Einatmen – Ausatmen … kaum etwas ist im Alltag sowie im Sport selbstverständlicher als das Atmen. Doch es gibt einige Menschen, die ab dem Frühjahr vermehrt Probleme bekommen. Sie bekommen schlechter Luft, die Nase kitzelt oder verstopft sich, die Augen tränen. Natürliche Pollen aus der Luft verirren sich natürlich auch in die Atemwege. Was dem einen nichts ausmacht, sorgt bei dem anderen für Beschwerden, denn das Immunsystem des Pollenallergikers nimmt die Eindringlinge als Bedrohung wahr und mobilisiert in Folge davon die Körperabwehr.

Täglich wird unser Körper mit Millionen von Bakterien und Viren sowie anderen Erregern konfrontiert. Allergene wie Pollen sind an sich harmlose Eindringlinge, die aber vom Immunsystem des Allergikers als Gefahr charakterisiert werden, was eine Abwehrkaskade mit Antikörpern und einer Histaminausschüttung auslöst.

Bis zu 20 % der Bevölkerung leiden an Allergien.

Dabei ist eine Vererbung sehr wahrscheinlich. Das Stillen von Säuglingen bis zum 4. Monat wirkt sich aber positiv auf die Wahrscheinlichkeit einer Allergie aus, sagt Christian Bergmann*, Vorsitzender der Stiftung Dt. Polleninformationsdienst und Allergologe am Allergiezentrum der Berliner Charité. Er fährt weiter fort, dass sich Umweltfaktoren schädlich, aber vor allem auch schützend auf die Ausbildung allergischer Erkrankungen auswirken können. Das Immunsystem braucht in den ersten beiden Lebensjahren Herausforderungen; zu viel Hygiene und eine zu saubere Umgebung fördert Allergien; so zeigt sich in Studien, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, besser vor Allergien geschützt sind. Kleinkinder haben in den ersten Jahren vermehrt Infekte und brauchen diese auch, denn so trainiert deren Immunsystem. Ihre Immunzellen müssen Krankheitserreger erst kennenlernen, um sich darauf zu spezialisieren und sie in Zukunft bekämpfen zu können. Doch viele Familien versuchen, ihre Umgebung möglichst keimfrei zu halten. Da haben Keime zwar keine Chance mehr, aber das Immunsystem des Kleinkindes kann hier nur noch schlecht lernen; wie soll es den Erreger erkennen und in Zukunft abwehren können, wenn es sie im normalen Alltag nicht mehr gibt?

Was ist das Gefährliche an Heuschnupfen und Pollenallergie?

Darus kann sich ein Asthma entwickeln. Je nach Schwere der Allergie besteht auch die Gefahr eines anaphylaktischen Schock. Alle Allergiker, die schon einmal so einen Schock (ab Schweregrad 2) erlitten, sollten ein Notfallset mit sich tragen; denn so ein Schock kann durchaus lebensbedrohlich werden. Daher ist eine Hyposensibilisierung in Erwägung zu ziehen, vor allem im Kindes- und Jugendalter, da hier die Chancen auf Besserung wesentlich höher sind. Bei so einer Hyposensibilisierung wird der Körper über einen längeren Zeitraum systematisch an das Allergen gewöhnt. Laut Karbach und Mosler1 werden nur 10 % der Allergiker „leitlinienkonform therapiert“. Da eine unzureichende Behandlung der sog. Allergischen Rhinitis die Entstehung von Asthma begünstigen kann, ist das in deren Augen alarmierend. Gleichzeitig sind Allergien nach deren Aussagen gut behandelbar, und ein wesentlicher Aspekt einer guten Behandlung ist, dass man durch eine adäquate Therapie die Entwicklung von Folge-Erkrankungen reduzieren kann.

Der beste Schutz für den Allergiker ist es, die auslösenden Allergene zu meiden. Leider ist das mit den Pollen gar nicht so einfach. Die Tageszeit für sportliche Aktivitäten ist hier zum einen wichtig (morgens / abends), stärker Betroffene verzichten mitunter schon vorübergehend auf den Outdoor-Sport und nutzen Fitness-Studios, Schwimmbäder und Sporthallen für ihre Aktivitäten. Sehr stark Geplagte legen ihn Urlaub in der pollenstarken Zeit auf Gegenden am Meer oder in den Bergen.

Was sind nun die Effekte von sportlicher Aktivität bei Allergikern: Allergien gehen häufig mit Atembeschwerden einher; doch vor allem bereits an Asthma Erkrankte profitieren enorm von sportlicher Aktivität: Denn richtig dosiertes Training verbessert die Durchblutung der Atemwege; gleichzeitig können Sekrete der Atemwege besser abgehustet werden. Durch Zunahme der Leistungsfähigkeit erhöht sich auch die Belastungsschwelle, an der der Asthmatiker Atembeschwerden bekommt. Somit werden alltägliche Atembeschwerden (z.B. beim Treppensteigen) seltener. Wer Sport meidet, hat eine schlechtere Fitness und ist somit körperlich auch weniger belastbar und kommt also in Folge davon auch im Alltag schneller an seine Grenzen. Zu beachten gilt, dass Allergiker und Asthmatiker auf eine längere Aufwärmphase beim Sport achten müssen, da Atembeschwerden mit Bronchienverengungen vor allem in der Startphase zu sportlichen Aktivitäten auftreten.

Weitere Maßnahmen für sportliche Pollenallergiker sind:

• die Haare nach der Trainingseinheit und vor dem Zubettgehen waschen,
• eine Nasendusche (vor allem nach der Trainingseinheit) einzusetzen
• Trainingsklamotten nicht im Schlafzimmer auszuziehen
• gewaschenen Klamotten nicht im Freien trocknen
• bei in der Nacht geöffnetem Schlafzimmerfenster Pollenschutzgitter am Fenster anzubringen
• Pollenfilter im Auto und Staubsaugerfilter regelmäßig zu wechseln

Grundsätzlich sollte beim Thema Allergie und Sport immer die Frage gestellt werden, was unser Immunsystem stark und fit hält.

Verhaltensweisen für ein gesundes Immunsystem sind:

• Spaß statt Stress
• Setzen Entspannungstechniken ein (PMR, Yoga, Qi gong, …)
• Bewältige Deine Konflikt, spreche Ärger und Probleme aus
• zeige Emotionen, unterdrücke keine Gefühle, lass alles heraus
• übe Dich in Achtsamkeit, lebe im Hier und Jetzt, genieße den Momente
• schaffe Inseln der Ruhe und Entspannung im Alltag (Power Napping, kurze Auszeiten, …)
• Lache viel
• Visualisiere und rufe Dir positive Bilder hervor

Was hält unser Immunsystem sonst noch gesund und leistungsfähig:

• Gesunde Ernährung (auch wenig Alkohol)
• Kneippen mit Kaltanwendungen
• Gesunder ausreichender Schlaf
• Normalgewicht
• Normaler Blutdruck und normale Blutzuckerwerte
• Keine Antibiotika, gute Darmflora
• Gute Stressverarbeitung

Der wesentlichste Punkt für ein starkes Immunsystem ist aber immer wieder eine gesunde wohl dosierte Bewegung, also aerobe Belastungen (die letztendlich auch wiederum für eine gute Stressverarbeitung wichtig sind). Was wohldosiert“ und „aerob“ in Deinem Falle bedeutet, kannst Du in einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik herausfinden.

 

*Literaturquelle:  Karbach, U., Mosler, N.: „So behandeln Sie Allergien einfach und konsequent.“ In: Arzt und Wirtschaft 2016.

Medizin / Wissenschaft: Darm mit Charme – was nützt, was schadet?

Wer oder was ist der Darm? Ist er nur für die Verdauung unserer Speisen verantwortlich?

Mitnichten!

Der Darm wird oft schon

„als geheime Kommandozentrale im Reich der Mitte“

bezeichnet:

„Unser Darm gilt als wichtiger Schlüssel zu einer intakten Immunabwehr und psychischen Wohlbefinden.“

Weiter gilt der Darm als

„der wichtigste Berater unseres Hirns.“

Die mehr als 100 Billionen Bakterien als Bewohner der Darmschleimhaut erfüllen nicht nur die Verdauung des Nahrungsbreis; sie vertreiben Krankheitserreger, so dass keine Allergene in unseren Körper gelangen. Spannend ist, und daran denken die wenigsten, wenn Sie den Begriff „Darm und Verdauung“ erklären, dass die Vorgänge im Darm auch mitentscheidend sind, ob wir übergewichtig werden, ob wir uns gestresst fühlen und wie unsere Denkmuster ablaufen. Du schaust etwas ungläubig drein? Dann lasse Dich auf eine Reise in den Darm ein:
Hier erst einmal ein paar Zahlen und Fakten zum Darm: Die Verdauung beginnt bereits im Mund, hier wird die Nahrung zerkleinert und mit Speichel eingeweicht. Über die Speiseröhre gelangt der Nahrungsbrei dann in den Magen. Das ist der harte „Arbeiter“ und „grobe Schaffer“, er zerkleinert die Nahrungsbestandteile weiter auf eine Maximalgröße von 2 mm, indem er die Brocken an der Magenwand hin- und herwirft.

Nach getaner Arbeit gelangt der Mageninhalt weiter in den Dünndarm, der dann filigran in seinem 7 m langen Schlauch alles weiterbearbeitet. Diesen Schlauch mit seinen 4 Millionen Darmzotten ausgerollt würde eine Strecke vom 7 km oder eine Fläche von 400-500 m2 ergeben, was fast der Größe eines Handballfeldes entspricht. Der Darm hat also die 100-fache Fläche der Haut. Der sich anschließende 1,0-1,5 m lange Dickdarm punktet durch eine Anzahl von mehr als 100 Billionen Bakterien, 5.000mal mehr Sterne, als die Milchstraße hat. Hier ist die „Chill-Zone“, der Nahrungsbrei wird eingedickt, indem ihm Wasser entzogen wird. Die Dickdarmflora besteht aus vielen Mikroben aus unterschiedlichsten Völkern mit unterschiedlichsten Eigenarten; Diese Mikrobenkultur der gesamten Darmflora wiegt etwa 2 kg. Viele dieser Mikroben werden auch ausgeschieden, in einem Gramm Kot sind mehr Bakterien als Menschen auf der Welt.

Anhand dieser Zahlen ist nachvollziehbar, dass der Darm ein sehr komplexes Systems ist. Laut Enders1 hasst die Wissenschaft den Darm, da er schwer ergründbar ist, äußerst komplex sowie vielschichtig und unterschiedlich zwischen Kulturen und Völkern; das macht der Forschung Angst, denn Standards sind schwer festzulegen. Die junge Wissenschaftlerin Enders wagt sich in ihrem bescheidenen Alter von 24 Jahren wissenschaftlich an dieses Thema, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Mit ihrem Bestseller „Darm mit Charme“ erklärt sie unterhaltsam und ohne Tabus Aufbau, Aufgaben und Eigenheiten des Darms. Nach Ihrer Ansicht rettet der Darm uns täglich das Leben, ohne dass wir das merken: Die Abwehrzellen unseres Immunsystems lernen von unseren Darmbakterien, gute von bösen Eindringlingen zu unterscheiden und verbessern so die Schlagkraft des Immunsystems. „Die Darmflora spielt also eine wichtige Rolle dabei, ob wir eine Erkältung kriegen oder wie schnell wir sie in den Griff bekommen1.“ Doch nicht nur die Zahl der Bakterien, sondern vor allem die Vielfalt ist entscheidend: „In einem gesunden Darm tummeln sich rund 1.000 Arten. Je unterschiedlicher dieses sogenannte Mikrobiom zusammengesetzt ist, desto gesünder bleiben wir. Stress, einseitige Ernährung oder Medikamente können das empfindliche Gleichgewicht stören. Wir sind dann anfälliger für Krankheiten – angefangen von Bauchschmerzen, leichten Infekten und Übergewicht bis hin zu Diabetes und Rheuma1.“

Spannend wird es, wenn wir das Zusammenspiel aus Darm und Psyche betrachten.

Laut Enders wiesen norwegische Forscher nach, dass einige Bakterienarten bei depressiven Menschen stärker verbreitet waren, andere wiederum fast völlig fehlten. Eine weitere amerikanische Studie zeigte wohl, dass Teilnehmer, die einen Monat probiotischen Jogurt aßen, emotional gelassener auf aufwühlende Bilder reagierten. Die Effekte werden darauf zurückgeführt, dass in einem gesunden Darm eine Vielzahl an beruhigenden und stimmungsaufhellenden Hormonen gebildet wird.

Die Darmschleimhaut ist wie der Fingerabdruck eines Menschen, keine gleicht der anderen, sie ist in der Zusammensetzung bei jedem Menschen unterschiedlich. Abhängig von den Ernährungsgewohnheiten gibt es aber verschiedene Darmtypen, einige ähneln sich. Grob wird eingeteilt in die drei Gruppen Allesesser, Vegetarier und Veganer sowie vorwiegend Fleischesser. Aber unsere Darmflora unterliegt vielen Einflussfaktoren, angefangen natürlich von den Essgewohnheiten über unsere Umgebung, in der wir wohnen, was wir anfassen und in den Mund stecken.

Verdauungsbeschwerden haben die Tendenz, im Alter zuzunehmen. Ursache hierfür ist die abnehmende Elastizität der Darmwände, zudem verändert sich die Darmflora und die Zahl der Nervenzellen nimmt ab. Diese altersbedingten Veränderungen gehen zusätzlich einher mit einer Änderung des Ess- und Trinkverhaltens, Senioren trinken oft zu wenig, kauen den Speisebrei weniger und nehmen mehr Fertigkost zu sich. Häufig werden im zunehmenden Alter mehr Medikamente wie z.B. gegen Depressionen, Demenz oder Schmerzmittel) genommen, die als Nebenwirkungen Verstopfungen nach sich ziehen können. Ein weiterer wichtiger Grund ist die abnehmende Bewegung, die meisten betagten Senioren wiesen im Alltag weniger Aktivität auf, was auch den Darm träge macht.

„Mama, mein Bauch tut weh“,

jammern kleine Kinder häufig. Nun beginnt das Rätselraten der Eltern: Hat mein Kind was Falsches gegessen? Oder hat es lediglich Hunger? Oder haben die Bauchschmerzen ganz andere Ursachen? Für Kinder „ist der Bauch der zentrale Punkt, in den alles projiziert wird“, weiß Renate Murschall. „Nicht zuletzt können Ihnen auch Angst, Streit oder Stress Bauchweh bereiten“.

Was sind die praktischen Tipps für einen gesunden Darm:

Natürlich geht es schwerpunktmäßig um die Ernährung, Tipps dazu in unserem Ernährungsteil. Zweiter wichtiger Bestandteil für einen gesunden Darm ist ein gutes Bewegungsverhalten. Giulia Enders hat aber noch weitere Tipps auf Lager: Bei Verstopfungen und erschwerter Darmentleerung empfiehlt sie eine bessere Hockhaltung auf der Toilette, da dies die natürlich Krümmung zur Darmentleerung optimiert; unterstützt werden kann das auf der Toilette mit einem Hocker unter den Beinen. Nach dem Toilettengang empfiehlt sie, die Hinterlassenschaft auch einmal anzusehen, das „outcome abzuchecken“. Der Optimaltyp des Kots wird von Englischen Wissenschaftlern „like a sausage or snake smooth and soft“ bezeichnet.

Ferner empfiehlt Enders, vermehrten und andauernden Druck auf den Darm zu vermeiden. Stress geht immer mit einer vermehrten Anspannung einher, der Tonus der Bauchmuskulatur erhöht sich. Ein entspannender Mittagsspaziergang kann hier Entlastung bringen, gleichzeitig der häufigere Wechsel der Sitzhaltung (z.B. mit Wechsel an´s Stehpult) oder der Gang zum Kollegen (anstatt ihm eine Mail zu senden).
Ihr abschließender Tipp: Prüfe Dich, wie Du Dich zwei Stunden nach dem Essen fühlst. Die Schokotorte oder die Chips waren direkt nach dem Verzehr eine Wohltat, doch wie geht es Dir zwei Stunden danach. Sodbrennen? Schon wieder Hunger? Es geht ihr darum, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen eine gutes Körpergefühl zu entwickeln. So ist auch unsere Arbeitsweise in der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose: Durch den Test bekommst Du wissenschaftlich fundierte Daten zur optimalen Belastung während sportlicher Aktivität, auch im Hinblick auf eine optimierte Darmtätigkeit (siehe Hinweis Belastungsintensität während sportlicher Aktivitäten). Über die Umsetzung der Daten anhand der Pulsmessung kannst Du dann eine gutes Gefühl für die richtige Belastungsintensität entwickeln, sozusagen ein update auf Dein Körpergefühl fahren.

Literatur:  Enders, G.: „Darm mit Charme“ / Feil, F.: „Lieber Darm“. LEX-Magazin 2016, S. 44 / Murschall, R.: „Aus dem Bauch heraus“. Gesundheit 07/2014, S. 31
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Abnehmen durch Heilfasten oder Macht Ehe dick?

Fasten ist keine moderne Erscheinung, es ist eine uralte Tradition, der in allen Kulturen eine große Bedeutung beigemessen wird. Fasten hatte – historisch bemessen – zunächst einmal mit Glauben zu tun, und das durch alle Religionen vom Christentum über den Islam bis zum Buddhismus. Medizinische Gründe zum Fasten fanden sich erst wesentlich später. Bei den Ägyptern war jedoch vor 3.600 Jahren schon auf einem altägyptischen Papyrus der Spruch zu finden:

„Denn der Mensch isst zu viel! Also lebt er von einem Viertel dessen, was er isst, von den restlichen drei Vierteln leben die Ärzte!“.

Fasten ist daher nicht nur der Verzicht auf „irdische“ Bedürfnisse, sondern es wird als eine Art Reinigung und Neuanfang gesehen.

Störungen im Verdauungssystem wie Blähungen, Verstopfungen oder Durchfälle werden oft als harmlose Befindlichkeitsstörungen abgetan, doch langfristig können sich daraus ernste Folgen ergeben. Unvollständige und fehlgesteuerte Verdauungsprozesse führen zur Bildung von giftigen Substanzen, die über die Darmschleimhaut auch in den Körper aufgenommen werden. Dort angekommen werden sie dann im Bindegewebe zwischengelagert.

Der Sinn des Fastens liegt im Nahrungsentzug: Dadurch erhält der Darm die Möglichkeit, sich zu reinigen und zu regenerieren. Davon profitiert der ganze Körper: Vor allem im Bindegewebe abgelagerte Stoffwechselendprodukte und giftige Stoffe können nun mobilisiert und ausgeschieden werden. Dazu ist aber eine hohe Trinkmenge wichtig, damit der Körper Giftstoffe ausscheiden kann. Die für Verdauungsprozesse eingesparte Energie wird zugleich zur Aktivierung der Selbstheilungs-kräfte genutzt.

Fasten an sich ist gut, führt aber meist als alleinige Maßnahme nicht zur Gesundung. Vielmehr ist es die innere Einkehr, der Verzicht auf Genussmittel und vor allem die Umstellung der Lebensweise, welche zur „Reinigung“ beitragen. Denn allen Fastenkuren gleich sind weitere Maßnahmen beim und nach dem Fasten. Das Fastenwandern beispielsweise verbindet gleich in der Phase des Fastens die Wichtigkeit der Bewegung, um Muskelmasse zu erhalten und sich gleich gedanklich mit dem Thema Bewegung zu beschäftigen. Viele erkennen hier die Wohltat der körperlichen Aktivität an der frischen Luft. In professionell angeleiteten Fastenkuren wird den Fastenteilnehmern viel geistige Nahrung in Form von Vorträgen gegeben, es werden Sinnfragen gestellt, gerne auch aus dem spirituellen Bereich, dem Ursprung des Fastens. Auch roborierende, also abhärtende Maßnahmen sind wichtig zur Immunstärkung. Hier bedient man sich gerne den Lehren des guten alten Pfarrers Kneipp, der ebenfalls wie Buchinger sterbenskrank aus einer Notlage heraus die wundersamen Wirkungen seiner Methode, bei Kneipp die der Wasser- und Kalt-/Warmanwendungen erkannte.

Fasten sollte daher nie aus Gründen des Abspeckens durchgeführt werden, die Gewichtsabnahme ist eher eine schöne „Nebensache“ des Fastens.

Macht Ehe dick?

„Liebe geht durch den Magen“ heißt es in einer schönen Volksweisheit. Geht das denn so weit, dass der Stand der Ehe den Ring um die Hüften wachsen lässt? Nachdem Singles stets darauf bedacht sind, attraktiv und begehrenswert auf dem Heiratsmarkt zu sein, geben die frisch vermählten Eheleute im Standesamt diese Handlungen und Gedanken mit ihrer Unterschrift unter dem Eheversprechen auf? Böse Stimmen sagen eindeutig ja, denn „Singles schauen in den Kühlschrank, finden nichts Gescheites und gehen ins Bett. Eheleute gehen ins Bett, finden nichts Gescheites und schauen in den Kühlschrank.“

Spaß beiseite: Das Statistische Bundesamt belegt es eindeutig mit Zahlen, dass Singles schlanker sind als Ehepaare. Nur 23 % der weiblichen Singles haben Übergewicht, ihre verheirateten Kolleginnen liegen bei einem Anteil von 44 %. Bei den Junggesellen sind 38 % zu schwer, mit der erschreckenden Zahl von 66 % schleppen Ehemänner zu viele Pfunde mit sich herum. Es liegt ja auch auf der Hand, denn die Aussicht, den Traumpartner zu finden ist mit einem attraktiven Aussehen natürlich leichter.

Eine Studie der Universität in Ohio untersuchte nun den Gewichtsverlauf in der Zeit der Ehe. Hier zeigte sich eindeutig, dass vor allem die Frauen nach der Heirat zulegen. Die Männer erwischt es mehr nach einer Scheidung. Geht man nach dem klassischen Rollenmodell, so ist das nachvollziehbar: Erledigt die Frau die komplette Arbeit im Haushalt, so nimmt man sich häufig keine Zeit mehr für den Sport. Hinzu kommen dann Geburten, die bezüglich des Gewichts oft Spuren hinterlassen. Hausbau und beruflicher Wiedereinstieg ersticken dann die Zeit für sportliche Aktivitäten vollends. Männer haben zwar keine so großen körperlichen Einschnitte wie die Frauen mit Schwangerschaft und Geburt, es zeigt sich aber, dass die Zeit des jungen Erwachsenenalters mit Berufseinstieg, Hausbau und Familiengründung auch für Männer eine häufig sportlich inaktive Zeit ist.

Eine neuere Studie aus Dallas setzte nun den Gewichtsverlauf in Relation mit dem Faktor „Zufriedenheit“. Denn nicht die Ehe an sich würde das Gewicht nach oben schnellen lassen, sondern wohl die Stabilität der Ehe. Hier gab es bisher zwei Erklärungsansätze: Während das „Gesundheits-Regulations-Modell“ davon ausgeht, dass Stress die normale Selbstregulation des Körpers stört und somit eine Gewichtszunahme begünstigt, besagt das „Heiratsmarkt-Modell“ genau das Gegenteil: Wenn es in der Ehe kriselt, so achten die Ehepartner wieder besser auf ihre schlanke Linie, um ihre Attraktivität zu erhöhen, egal ob für den eigenen Partner oder den Heiratsmarkt draußen.

In glücklichen Ehen mit beidseits zufriedenen Eheleute erhöhe sich also der Body Mass Index stärker als in Ehen, in denen die Partner an Trennung denken.

Sicherlich sind die Studienergebnisse als Trends zu sehen, denn verschiedene Menschen reagieren natürlich unterschiedlich auf Stress: Manche greifen als Ersatzbefriedigung oder Frustrationskompensation zur Schokolade, Gummibärchen oder anderem Hüftgold. Andere wiederum reagieren auf Stress, indem sie weniger essen und somit ihr Gewicht sogar verringern. Kurzum: Sorge für eine glückliche Beziehung, so bleibst Du schlanker und somit attraktiv für Deinen Partner. Nutze doch die gemeinsame Zeit auch für sportliche Unternehmungen; falls die Fitness unterschiedlich ist, sind wir wieder beim E-Bike …

Nicht auf das Gewicht, auf den Bauchumfang kommt es an

Den Body-Mass-Index (BMI), der als Grundlage für die Einschätzung gilt, ob jemand Übergewicht hat, kann jeder selbst ausrechnen: Hier wird das Körpergewicht (in kg) durch die Körpergröße (in Meter) zum Quadrat genommen. Liegt dieser zwischen 19 und 25, gilt man als normalgewichtig. Zwischen 25 und 30 liegt ein Übergewicht vor, darüber eine Fettleibigkeit, in Medizinerkreisen als Adipositas bezeichnet.

Doch der BMI verrät nicht alles, da er lediglich eine quantitative Aussage liefert. Besser ist eine Körperfettanalyse, weil man hier erfährt, wie die qualitative Verteilung ist. Denn der Kraftsportler kann durchaus einen erhöhten BMI haben, das Gewicht machen aber vor allem seine Muskeln aus, was gesund ist. Ein nach BMI normalgewichtiger unsportlicher Mensch hingegen kann aufgrund fehlender Muskelmasse auch einen erhöhten Körperfettanteil aufweisen; er hat somit die ungünstigere Prognose für ein langes und vor allem gesundes Leben.

Nun hat natürlich nicht jeder die Möglichkeit, seinen Körperfettanteil zu Hause zu bestimmen, aber der Bauchumfang ist hierzu ein guter Indikator: Das Bauchfett gilt als weitaus gefährlicher als jedes andere Fettgewebe: Denn „Bauchfettzellen produzieren Hormone und andere Substanzen, die sich negativ auf Fettstoffwechsel, Blutdruck und Blutgerinnung auswirken. Außerdem sondern sie Substanzen ab, die Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen und die Entstehung von Arteriosklerose (= Gefäßverkalkung) begünstigen.“ (Greveling, A., siehe Literaturquellen)

Messe also Deinen Bauchumfang: Wenn dieser bei Frauen über 88 cm und bei Männern über 102 cm liegt, ist Handlungsbedarf angesagt. Im ersten Teil dieser Blogserie erfährst Du, wie Du es schaffst, Deine Muskeln aufzubauen und so zu trainieren, dass Du dieses Bauchfett verbrennst und über eine vermehrte sportliche Aktivität wieder Deine Idealmaße bekommst.

„Um ein Kilo zu verlieren (das entspricht etwa einem Zentimeter Bauchumfang), müssen Sie ungefähr 7.000 kcal mehr verbrennen, als Sie zu sich nehmen“,

sagt Anders. Und genau hier liegt die Krux: Ist man in zu hohen Pulsbereichen unterwegs, hat man mühsam seine (je nach Bewegungstempo und Zeitdauer) angenommen 500 kcal heruntergestrampelt oder gelaufen. Doch nachdem vorwiegend Kohlenhydrate „verfeuert“ wurden, ist der Blutzuckerspiegel gesunken; das ist ein Alarmsignal für den Körper, auf das er mit Hunger reagiert. Die Folge: Nach der mühsamen Trainingseinheit wird der Kühlschrank geplündert, um das unangenehme Hungergefühl zu stillen. Die verlorenen 500 kcal werden mit vielleicht 800 kcal kompensiert.

Unser Fazit für ein erfolgreiches Abnehmen:

Lege Dein Abnehmprogramm langfristig an, je nach Ausmaß des Übergewichts rund sechs Monate. Toleriere anfangs durch Muskelaufbau auch eine Gewichtszunahme. Ein anschließender Gewichtsverlust von einem halben Kilo pro Woche ist völlig ausreichend, kontrolliere Dein Gewicht maximal 1x/Woche; lege den Fokus mehr auf den Bauchumfang. Für die Planung eines effektiven Programms zum Gewichtsverlust stehen wir Dir gerne mit unserem Wissen und unserer Erfahrung zur Seite, denn mit der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose bekommen wir Daten über Deinen Körper, wie man diesen anpacken muss, damit er sein Brennstoffdepot leert. Das Fazit von Anders:

„Brauche ich einen Trainingsplan? Ja, unbedingt! So gibt´s keine Ausreden und es ist sichergestellt, dass Sie sich weder über- noch unterfordern.“

In diesem Sinne auf ein erfolgreiches und gesundes Abnehmen im Frühjahr!

Literaturquellen:  Anders, H.: „Für immer schlank durch Laufen.“, Runners World 05/2015, S. 22 ff 
Greveling, A.: „Nicht auf das Gewicht, auf das Bauchumfang kommt es an!“ Schlafmagazin, S. 36

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