Medizin: Work-Life-Balance – muss es denn ein Marathon sein?

Work-Life-Balance, das ist das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Leistung und Erholung. Wozu ist hier der Sport zu rechnen? Zur Erholung zweifelsohne, wenn Du ein lockeres und entspanntes Läufchen machst. Oder mehr zur Leistung, wenn Du intensives forderndes Training machst, das gerade in der unmittelbaren Vorbereitung, also in den letzten 8 Wochen vor dem Marathontermin wichtig wird?

Jetzt im Herbst finden wieder zahlreiche Marathonläufe statt. Viele haben sich Monate, manche sogar Jahre auf diesen einen Termin vorbereitet. Eine gute Marathonvorbereitung braucht Zeit und mindestens 4 Trainingseinheiten pro Woche. Für viele sicherlich eine große Herausforderung, muss man doch den Spagat zwischen Beruf, Familie und seinen Sporteinheiten finden. Laufen entstreßt einerseits, das zeigen zahlreiche Studien, vorausgesetzt, die Intensität und die Häufigkeit der Trainingseinheiten stimmt. Ist der Alltag aber zu voll, wird der Wille zum ausgleichenden Stressabbau durch das Laufen schnell zum zusätzlichen Stressfaktor. Es gibt aber Wege aus diesem Dilemma:

Stelle Dir die Frage, was aktuell dringend und was wichtig ist.

Dringende Angelegenheiten wie die bereits mehrmals angemahnte Steuererklärung, den längst überfälligen TÜV für das Auto oder aber Zeit für Familie und Kinder sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden. Das Unkraut im Garten, den unaufgeräumten Keller oder auch das ungewaschene Auto kannst Du in der Marathonvorbereitung gut tolerieren, wenn dann Deine vielleicht lang anvisierte Zielzeit von unter 4:00 h herausspringt! Verbinde Notwendiges mit Nützlichem und laufe zur Arbeit, jogge Samstag früh zum Bäcker oder erledige kleine Einkäufe per pedes.

Sei kreativ zur Unterbringung Deines Laufpensums!

Nun naht der seit langem erwartete große Tag, Du bist gut drauf, hast Dein Carboloading perfekt geplant und machst ein gutes Rennen. Zwei Tage danach kratzt aber schon der Hals, eine Erkältung macht sich breit. War das wirklich gesund? So mancher Arzt hat hier eine tiefgründige Weisheit auf Lager:

„Das ist der Unterschied zwischen uns: Würde ich einen Marathon laufen, wäre ich tot. Sie sind nur krank“.

So paradox kann der Laufsport sein: Dieser Sport macht den Läufer fit und gesund, dass er Idealgewicht, optimale Blutdruckwerte, ein starkes Immunsystem und jugendliche Blutwerte sowie Hormonspiegel hat. Andererseits macht es uns so fit, dass wir Dinge tun können, die weniger förderlich für die Gesundheit sind. Wie im ganzen Leben ist hier wieder das Maß der Dinge gefragt: Ein, zwei oder notfalls auch drei Marathons verträgt der Körper. Mehr müssen nicht sein. Es ist ähnlich wie mit dem Alkohol. 2-3 Viertele Wein die Woche können gesund sein, jeden Abend eine Flasche schädigt die Leber nachhaltig.

Finde also das richtige Maß für Deinen Sport, wann dieser „Work“, also Arbeit und Leistung ist. Im deutlich größeren Maße sollte er aber Entspannung und Erholung bringen, also „Life“. So findest Du die richtige Work-Life-Balance für Deine sportliche Betätigung. Ein Marathon kann hier eine wertvolle Zielrichtung und sinnvolles Umgehen mit den richtigen Intensitäten hergeben. Denn wenn die Intensitäten, Umfänge und Belastungen zu hoch gewählt werden, so wird der Läufer nicht nach 42,195 km freudestrahlend die Ziellinie überlaufen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Herbst(halb-)marathon!

Advertisements

Simplify your Time?

Etwa ein Drittel der Deutschen geben an, unter Zeitmangel zu leiden, und jedes Jahr werden es mehr, obwohl wir mehr Freizeit denn je haben. 70 % der Menschen geben an, einen der Lebensbereiche, sei es Familie, Freunde, Hobbies oder geistige Entwicklung zugunsten ihrer Arbeit vernachlässigen zu müssen. 20 % unter ihnen sagen, dass sie aus Zeitmangel zwei Bereiche, 8 % von ihnen drei Bereiche vernachlässigen. Denken wir uns 100 Jahre zurück, so waren 10-12 Stunden Arbeit pro Tag normal, oft auch an den Wochenenden. Warum aber empfindet der neuzeitliche Mensch des 21. Jahrhunderts trotz Überfluss solch einen Zeitmangel? Jeder Mensch hat täglich 86.400 Sekunden zur Verfügung, jeden Woche 168 Stunden. Doch wohin verrinnt die Zeit, die wir doch angesichts der objektiven Daten im Überfluss haben müssten?

„Wir sind nicht gestresst, weil wir keine Zeit haben, sondern wir haben keine Zeit, weil wir gestresst sind“

beginnt Stefan Klein sein Buch zum Thema Zeit. Schauen wir uns mal einen Arbeitstag an: Frühmorgens machen wir uns auf zur Arbeitsstelle mit einer ToDo-Liste an Tätigkeiten, die wir uns für den heutigen Arbeitstag vorgenommen haben. Wir beginnen mit der ersten Aufgabe, die in unserer Prioritätenliste ganz oben steht, die Vorbereitung für das Meeting heute Mittag. Mittendrin kommt der Anruf eines Kunden, der eine Lieferung reklamiert und schnell Abhilfe will. Aufgrund der Dringlichkeit leiten wir alles in die Wege, den Kunden wieder zufrieden zu stellen. 10.30 Uhr, das Konzept für das Meeting heute Mittag steht noch nicht. Objektiv gesehen haben wir noch ausreichend Zeit, das Konzept fertig zu stellen, aber allmählich kommen wir unter Druck und Stress, die Konzentration auf die Sache fällt schwerer. Wir machen uns wieder an die Arbeit; doch Outlook immer geöffnet, poppt die Mail eines Kollegen auf, der noch einen Veränderungsvorschlag hat. Ausführlich beantwortet, warum wir das Konzept wie besprochen beibehalten, verrinnt die Zeit, es ist bereits 11.00 Uhr, das Konzept steht immer noch nicht. Jetzt haben wir wirklich ein Zeitproblem, in 2 Stunden müssen wir unsere Ideen dem Team überzeugend präsentieren, es fällt uns aber zunehmend schwer, jetzt noch alle Gedanken zu ordnen, wir sind unter Strom. Jetzt arbeiten wir nicht mehr gut, sondern nur noch schnell.

Stress ist meist hausgemacht, er entsteht im Kopf und im Hirn.

Ratgeber zum Zeitmanagement empfehlen häufig, Zeit effektiver zu nutzen. Oft fällt hier der Begriff des „Multitasking“. Neben dem Telefongespräch E-Mails beantworten, der Mitarbeiterin durch ein Kopfnicken das o.k. für den Auftrag geben und schnell noch eine Unterschrift für den eiligen Brief. Unser Gehirn ist aber nicht dafür geschaffen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen (zumindest im Bewusstsein). Geht die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Tätigkeit weg und verlagert sich auf andere Dinge, so brauchen wir wieder Zeit, die liegen gelassene Aufgabe wieder „auf den Plan“ zu rufen. Das macht uns ineffektiv. Konzentriere Dich also auf Deine eigentliche Tätigkeit und schalte Störungen so weit es geht aus. Beende Outlook, lege das Mobiltelefon in die Schublade und schließe Deine Bürotür. Deinen „Manager im Kopf“, die sog. Exekutive, die gute Ideen möglichst gleich in die Tat umsetzen möchte, solltest Du so im Zaum halten, indem Du Dir spontane Ideen, die kommen, zunächst aufschreibst, um an der eigentlichen Tätigkeit, die Du fertig stellen möchtest, zu bleiben. So geht der gute Einfall nicht verloren und Deine Konzentration bleibt bei Deiner Aufgabe, die jetzt Priorität hat.

Wie stellen wir nun den Zeiträuber Stress ab?

Einfach die Arbeit kündigen und uns auf die vermeintlich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren? Ganz abgesehen, ob wir das finanziell im Kreuz haben, scheint das laut Studien nicht gerade die Lösung des Zeitproblems zu sein. Jeder kennt sicherlich in seinem Umfeld Rentner, die ständig unter Zeitnot sind, das wohlbekannte „Rentnersyndrom“. Laut Klein hat der deutsche Rentner ein durchschnittliches Tagespensum von 4 Stunden und 20 Minuten zu erledigen; dennoch klagen auch diese zuhauf, dass ihnen die Zeit davonläuft. Im Gegensatz dazu zeigen Studien, dass sich gerade Berufstätige häufig bei der Arbeit im „Flow“ befinden und mehr die viele Freizeit mit all den vollgestopften selbst aufgeladenen Aufgaben Stress auslösen. Halten wir doch mal einen Tag inne ohne jegliche Verpflichtung, einfach nichts tun! Ist diese Untätigkeit schwer auszuhalten? Mit Sicherheit, wenn die sonstigen Tage schnelllebig und übervoll sind. Körper und Geist haben sich an dieses schnelle Tempo gewöhnt und verlangen danach! Lernen wir, uns wieder zu „entschleunigen“ und in Stille und Muße zu verharren. Leg die Beine hoch und schärfe Deine Sinne, nicht in der Zukunft Pläne zu schmieden, nicht in der Vergangenheit zu kramen, sondern ganz in der Gegenwart zu sein! Lebe den Moment, schau Dir die vom Himmel fallenden Schneeflocken an, sieh die am Himmel vorbeiziehenden Wolken, ziehe bei einem Spaziergang die herrlich frisch duftende Waldluft bis in den hintersten Lungenflügel und bleibe mit Deinen Gedanken im Augenblick – das nennt sich Achtsamkeit!

Diese Stille, die Einkehr, die Konzentration auf Dich selbst, diese Achtsamkeit wünschen wir Dir für die Urlaubszeit. Dann werden die freien Tage in der Jahresmitte eine Energietankstelle für Dich und Deine Sinne.

Medizin / Wissenschaft: Schön und reich durch Sport?

Macht uns Sport schön und sogar reich?

Bei dem ein oder anderen wird man eher denken, dass er durch seine sportlichen Ambitionen und die notwendige Materialausrüstung (wie beim Triathlon, Gleitschirmfliegen, Tauchen u.a.) arm wird. Einige wenige werden direkt durch den Sport reich, wenn sie als Profi die richtige Sportart (v.a. Fußball, Tennis) wählen. Doch das betrifft sicherlich die wenigsten von uns; profitiert man aber auch in anderer Weise noch von sportlichen Aktivitäten?

Es gibt mehrfach Studien, dass sportliche Aktivitäten auch die Gehaltsstufe beeinflussen: Die Forscher fanden heraus, dass Sport neben der Gesundheit auch die sozialen Kompetenzen fördert. Das sind Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Positiv wirkt sich das bei der Arbeitsplatzsuche, aber auch bei Gehaltsverhandlungen, aus.

Ein Forscherteam der Uni St. Gallen untersuchte dazu den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und beruflichem Erfolg.

Allgemein bekannt ist dabei schon lange, dass sich eine bessere Fitness mit einer höheren Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf sowie einer besseren Stressresistenz bezahlt macht. Die Wissenschaftler wollten jetzt aber herausfinden, ob sich sportliche Aktivitäten auch auf den individuellen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Sie fanden Lohnunterschiede zu Inaktiven Probanden in einer Höhe von 4 bis 17 %. „Daten des sozioökonomischen Panels für Deutschland belegen zum Beispiel ein fünfprozentiges Einkommensplus für Männer, die mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Besonders interessant war der untersuchte Unterschied zwischen sportlich aktiven versus sportlich inaktiven Jugendlichen: Die aktive Gruppe wies zum einen bessere schulische Leistungen auf, zum anderen eine ausgeprägtere Sozialkompetenz. Beide Komponenten wirken sich positiv auf die Arbeitsmarktchancen aus. Untersuchungen zeigten, dass junge Frauen, die bereits mit 15 Jahren regelmäßig Sport trieben, später durchschnittlich rund sechs Prozent mehr verdienen als jene, die in der Jugend Sport mieden.

Um zu wissen, dass wir in Alltag und Beruf besser zurecht kommen und bessere Chancen auf ein erfülltes Leben haben, bedarf es sicherlich keiner wissenschaftlichen Studien, sondern nur einem guten Menschenverstand: Jeder sportlich Aktive kennt das: Fühle ich mich wohl in meiner Haut, so geht es mir besser, mein Alltag gelingt mir leichter und Probleme werden kleiner.

Es ist allgemein bekannt, dass sich Körper und Psyche gegenseitig beeinflussen: Allein die Körperhaltung hat hier schon einen deutlichen Einfluss auf die Psyche: Habe ich eine gut gestärkte Rumpfmuskulatur, ist meine Haltung aufrecht? Haltung macht Stimmung: Die Psyche fühlt sich dadurch gestärkt, man ist glücklicher und selbstbewusster – das sind wichtige und zentrale Eigenschaften für den Alltag!

Solche Dinge finden in den letzten Jahren vermehrt das Interesse wissenschaftlicher Untersuchungen: Bereits 2001 untersuchten Hollmann und Strüder in einer Übersichtsarbeit interessante Aspekte zwischen Bewegung und Psyche. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Selbst bei einfachen Handbewegungen kommt es bereits zu einer erhöhten Gehirndurchblutung. Langsames Gehen führt zu einer ausgeprägten Steigerung der Durchblutung im Gehirn. Bewegung ist demnach in Arbeitspausen äußerst effektiv zur Regeneration des Gehirns.
  • Durch sportliche Aktivitäten kommt es zu einer Vielzahl an ausgeschütteten Hormonen (siehe auch unser Newsletter vom Februar 2017). Wichtig für Stimmung, Zufriedenheit und Entspannung ist vor allem das Serotonin.
  • Auch strukturelle Veränderungen des Gehirns werden durch Bewegung angebahnt und maßgeblich beeinflusst: Es erhöht sich die Anzahl der Synapsen und es erfolgt eine Verlängerung und Stabilisierung der Nervenfasern.
  • Letztendlich wirkt sich die körperliche Aktivität auch auf die Schmerzwahrnehmung und -toleranz aus. Hier scheinen nach neueren Studien die Faszien eine wichtige Rolle einzunehmen (Schleiß/Bayer, Uni Ulm 2014).

Deutschland sitzt sich krank,

warnt der TK-Vorstand Jens Baas. Jeder Berufstätige verbringt im Durchschnitt 7 Stunden sitzend, jeder Dritte sogar bis zu 9 Stunden. Es ist wissenschaftlich vielfach belegt, dass derjenige, der sich wenig bewegt, sich auch schlechter fühlt – und das hat vielleicht auch Auswirkungen darauf, wie sexy er auf andere Menschen wirken mag.

Letztendlich zeigt sich immer wieder die Wahrheit der alten lateinischen Weisheit „mens sana in corpore sano“, zu Deutsch ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Wenn wir also für einen gesunden Körper sorgen, schaffen wir ideale Voraussetzungen für einen gesunden Geist.

Ernährung: schlau & sexy durch essen?

Wer sexy durch essen werden möchte, dem ist klar, dass die Essmenge in einem guten Verhältnis zu den verbrauchten Kalorien stehen muss, damit das Körpergewicht im Lot gehalten werden kann. Die einen reduzieren lieber ihre zugeführten Kalorien, die anderen sorgen eher für einen Mehrverbrauch durch sportliche Aktivitäten. Da letzterer Weg auch noch viele andere Vorteile bringt, halten wir diesen für den geeigneten; am wirkungsvollsten zur Gewichtsabnahme ist natürlich die Kombination aus beiden.

Was kann man nun konkret essen und trinken, um schlank und attraktiv zu bleiben?

Dieses Thema könnte ein ganzes Buch füllen, daher hier nur ein paar Kurztipps als die uns wichtigsten Punkte:

  • Wasser statt Fruchtsäfte
  • Gemüse statt Fastfood
  • Nicht hungern (das wirkt schlecht auf die Psyche und somit die Ausstrahlung)
  • Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Maß und in Abhängigkeit zur Intensität des Trainings
  • Mut zu Fetten, vor allem zu den gesunden essentiellen Fetten
  • Ausreichend Proteine

Kann ich durch gezielte Nahrungsmittel auch schlau werden oder zumindest meinen Gehirnstoffwechsel unterstützen?

Hier folgende Kurztipps (nach Empfehlungen von Dr. Feil):

  • Durch Molkeneiweiß ist die Sauerstoffversorgung nach Konsum von Molkenproteinen besser
  • Lachs mit Omega-3-Fettsäuren wirkt sich positiv auf das Wachstum von Gehirnzellen aus
  • Eier: die Choline im Eigelb sorgen dafür, dass die Botenstoffe im Hirn funktionieren
  • Das Lutein, das z.B. in Grünkohl vorkommt, schützt die Neuronen im Gehirn vor oxidativen Schädigungen

Schlau und sexy mit einer guten Ernährung?

Du hast täglich selbst die Entscheidung, welche Nahrungsmittel Du Deinem Körper und Deinem Geist gibst. Nutze dieses Potential.

Training: Macht Laufen sexy?

Schaut man die Läufer in der Endphase eines Marathons (bei km 40) an, so denkt man nicht zwangsläufig, dass das Laufen den Läufer sexy macht. Doch was sich eindeutig zeigt ist, dass sportlich aktive Menschen und hier die Läufer sich wohler in ihrem Körper als der inaktive Teil der Bevölkerung fühlt; letztendlich werden sie somit auch attraktiver für deren Umgebung.

„Die Fähigkeit, Tiere bis zu deren Erschöpfung zu jagen, um sie dann zu erlegen, war für die Menschen der Urzeit von elementarer Bedeutung.“

Evolutionsbiologen haben festgestellt, dass das Laufen dem Urzeitmenschen deutliche Vorteile brachte: Gute Läufer hatten nicht nur bei der Jagd auf Nahrung bessere Chancen, sondern auch bei der Partnerwahl.

„Wer beim Laufen länger durchhielt, war ein guter Ernährer und damit begehrter Paarungspartner“.

Die Wissenschaftler untersuchten dabei das Verhältnis zwischen Zeige- und Ringfinger: Menschen mit einem längeren Ringfinger haben mehr Spermien und einen ausgeprägteren Sexualtrieb; dies begründet sich auf einen höheren Testosteronspiegel und damit höhere Zeugungsfähigkeit; spannend dabei: genau diese Kandidaten sind auch die besseren Läufer.

Wird man nur durch Laufen sexy?

Natürlich gilt das auch für andere Sportarten. Empfehlenswert ist die Kombi mit Kräftigungstraining: Gestylte Körper wirken attraktiver als der asketisch ausgemergelte Körper des Leistungsläufers. Triathleten haben in der Regel einen schönen muskulösen Body; daher ist auch Schwimmen oder Klettern eine gute Kombination mit dem Laufen, wenn man ungern gezielte Kraftübungen machen möchte. Auch das Rudern wirkt gut beim Bodystyling, zudem ist es auf dem Ruderergometer eine gute Indoor-Alternative mit wenig Zeitbedarf

Laufen macht aber nicht generell sexy und attraktiv. Es scheint auch entscheidend zu sein, wie entspannt und locker derjenige seinen Sport betreibt. Wer an 6 Wochentagen sein 20 km-Programm runterspult und mit ausgemergeltem Tunnelblick durch die Gegend rennt, verliert wohl sein Sex-Appeal. „Dreimal 30 bis 60 Minuten Laufen in der Woche reichen völlig aus, um von all den gesundheitlichen Effekten dieses Sports zu profitieren und gleichzeitig Figur, Ausstrahlung und Sex-Appeal zu tunen,“ postet die fitforfun auf ihrer Homepage. Wenn Du das noch konkreter und auf Deine aktuelle Fitness abgestimmt haben möchtest, dann empfehlen wir Dir eine Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose an einem unserer Standorte.

Richtiges Training bei Untergewicht

In einem unserer vergangenen Blogartikel war zu lesen, dass mehr als 60 % der Männer und über 50 % der Frauen Übergewicht haben. In diesem Artikel wollen wir uns mit einer kleineren Zielgruppe beschäftigen, nämlich derjenigen, die zu wenig Gewicht auf die Waage bringt. Die WHO definiert Untergewicht mit einem Body Mass Index kleiner 18,5; diesen kann jeder selbst ausrechnen, indem er sein Gewicht durch das Quadrat der Größe (in Metern) teilt. Ab einem Alter von 65 Jahren steigt die Grenze des Untergewichts auf 22,0, da sich höheres Alter und Untergewicht schlecht vertragen.

Von Untergewicht sind laut statistischem Bundesamt 1 % der Männer und 4 % der Frauen betroffen.

Das sind bei weitem wesentlich weniger Betroffene als bei Übergewicht, doch auch dieser Personenkreis bringt gesundheitliche Risiken mit. Wie sollen Leute trainieren, die zu wenig Gewicht auf die Waage bringen? Macht es Sinn, dass diese ebenfalls viel Grundlagenausdauertraining machen, um ihre aerobe Kapazität – also den Fettstoffwechsel – in Gang bringen?

Zuallererst sollte das Training Maßnahmen beinhalten, mehr Gewicht auf die Waage zu bringen.

„Wertvolles“ stoffwechselaktives Gewicht ist natürlich die Muskelmasse, die durch Kräftigungstraining erhöht werden kann. Ein guter Kraftaufbau ist an Krafttrainingsgeräten in einem gut geführten Fitness-Studio oder einer medizinischen Trainingstherapie in einer Physiotherapiepraxis sinnvoll. Auch Vereine haben teils hervorragende Angebote und sehr gut ausgebildete Übungsleiter, die beispielsweise in einer Gruppe zur Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, Ski-/ Fitnessgymnastik oder anderen Angeboten den Teilnehmern effektive Übungen für den Kraftaufbau näher bringen. Eine weitere Variante wären Übungen zu Hause, die mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Kleingeräten wir Theraband, Pezziball oder Hanteln durchgeführt werden können. Das ist mit Sicherheit die zeitsparendste Variante, allerdings fehlt hier die professionelle Anleitung, wodurch sich Fehler bei der Übungsausführung einschleichen können.

Ein wichtiger Punkt zum Kraftaufbau ist jedoch vor allem bei untergewichtigen Personen die Ernährung: Wird schlecht und zu wenig Eiweiß gegessen, fehlt natürlich das „Baumaterial“ zum Muskelaufbau.

Das Ausdauertraining darf aber auch bei Untergewichtigen nicht fehlen. Primärer Zweck ist hier zwar nicht die Verbesserung des Fettstoffwechsels zur Gewichtsregulation. Aber aerobes Ausdauertraining, also lockere langsame Einheiten in niedrigen Pulsbereichen, hat noch viele andere positive Wirkungen: Es reduziert den Stress durch Abbau von Adrenalin, es stärkt das Immunsystem, es reguliert Blutdruck und Cholesterinwerte auf ein gesundes Niveau und fördert den Schlaf durch Beeinflussung des Hormons Melatonin, v.a. bei Outdoor-Training. Und mit Sicherheit kommt nach einem 45 min-Lauf oder einer eineinhalbstündigen Radausfahrt der Hunger auf ein leckeres gesundes Essen.

Exzessives hartes Training in hohen Pulsbereichen, also z.B. Intervalle oder Tempoläufe, sind hier fehl am Platz

da Untergewichtige nicht über die körperlichen Ressourcen zur Adaptation verfügen; der Trainingseffekt bleibt oft aus, im schlechteren Fall können intensive Belastungen bei Untergewichtigen schnell zum Übertraining führen.

Medizin / Wissenschaft: Sport, Ökologie und Nachhaltigkeit

Im Trainingsteil haben wir davon gesprochen, welchen ökologischen Fußabdruck jeder durch seine eigenen sportlichen Aktivitäten hinterlässt. In sportspezifischen Fragestellungen kann der Kreis noch weiter gezogen werden: Dies geht los von den Klamotten und dem Material, mit dem man sich eindeckt: Werden von Herstellerseite ökologische Aspekte beachtet? Weiter geht es über den Sportstättenbau bis hin zu Sportgroßveranstaltungen: Was bleibt beispielsweise nach der großen Geldmaschinerie „Olympia“? Werden die Anlagen auch unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet und danach nachhaltig genutzt? Von Land zu Land ist das sicherlich höchst unterschiedlich. Spannend wird auch die Betrachtung des Sporttourismus, eine wissenschaftliche Arbeit der Uni Mainz widmet sich hier dem Golfen auf Thailand, Surfen auf Bali und Tauchen auf den Malediven.

Ökologische Aspekte bei Sportkleidung

Doch zunächst zurück zu Herstellern und Warenhäusern: Inzwischen stürzen sich viele auf den Ökologie-Markt; es macht aber Sinn zu prüfen, was dahinter steckt. Als Positiv-Beispiel sei hier das Familienunternehmen Vaude aus dem oberschwäbischen Tettnang genannt, in dem Umweltmanagement Chefsache ist (Green Shape Label). Seit Jahrzehnten zieht sich der ökologische Gedanke durch die Firmen-Ideologie. Mit Sicherheit auch naheliegend, da die Firma ja auf den Outdoor-Sport setzt und somit letztendlich auch von einer intakten Umwelt und Bergwelt abhängig ist;

„Als Bergsportausrüster ist es uns ein Anliegen, das ‚Spielfeld‘ unserer Kunden und Mitarbeiter zu schützen“,

ist auf der Homepage zu lesen. Bei Vaude gehen die ökologischen Ansätze innerhalb der Firma von ressourcenschonenden wirtschaften über Engagement von Umweltschutzprojekten bis hin zu umweltfreundlichen Materialien und Recycling (kompostierbare Klamotten). Für das Umweltmanagement erhielt Vaude bereits zahlreiche Auszeichnungen, 2015 beispielsweise den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und jüngst den Eurpean Business Award. In unseren Augen tolle Ideen und prima Umsetzung aus diesem heimatländischen Betrieb, es macht Freude, so eine hochwertige und nachhaltige Firma in der Heimatregion zu haben.

Sporttourismus und Ökologie

Sportreisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind nach einer wissenschaftlichen Arbeit von Caduff* zu einem wichtigen Segment der Tourismusbranche aufgestiegen. Allerdings wurde der „homo touristicus sportivus“ und seine Auswirkungen auf ökologische Aspekte nach Caduff noch wenig wissenschaftlich erforscht. Im Sporttourismus ist es allerdings wichtig, eine nachhaltige Entwicklung in den Fremdenverkehrsregionen anzustreben. In seiner Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades untersuchte er die Auswirkungen des Sporttourismus auf die jeweilige Region.

Der Surftourismus auf Halbinsel Bukit auf Bali unterlag in den letzten zwei Jahrzehnten einem enormen Wachstum, da dieser als eine der Top Ten der Surfgebiete der Welt gehandelt wird. Caduff kommt zu dem Schluss, dass

„wenngleich internationale Organisationen (…) vor allem die Surfer wie auch die Lokalbevölkerung auf Bali zu einem nachhaltigen ökologischen Umgang aufrufen und durch Einzelprojekte versuchen, das Ökosystem zu schützen, diesbezüglich von institutioneller Seite aus auf Bali keine Aufklärung der Lokalbevölkerung oder der Surftouristen stattfindet, die zu einem nachhaltigen Umgang im Zielgebiet aufruft“.

Das unkontrollierte Wachstum der dortigen Tourismusbranche mit all damit verbundenen Problemen (Verkehr, Müll, Verschluss landwirtschaftlicher Flächen …) wird zeigen, ob sich des „Paradies Bali“ in der Dimension halten kann. Bei den Massen an Surfern zeigt sich zum Beispiel, dass diese beim ins Wasser gehen unkontrolliert auf den dortigen strandnahen Korallen herumtrampeln. Es hängt also hier leider viel an der Eigenverantwortung des Surfers und Sporttouristen.

Auch in Thailand zeigt sich durch den rasanten Anstieg der Tourismusindustrie ein unkontrolliertes und unkoordiniertes Wachstum und somit eine für das Ökosystem ungünstige Entwicklung. Allerdings fand hier um die Jahrtausendwende die Nachhaltigkeit Einzug in den nationalen Entwicklungsplan, in den Folgejahren sogar als nationale Agenda. Bestrebungen sind zwar da, aber in der Umsetzung der Gesetze scheitert eine nachhaltige Tourismusindustrie. Im Teilbereich des Golftourismus lassen sich zum Teil positive Tendenzen erkennen, da die Golfplätze auf ehemals devastierten Zinnminen errichtet wurden und es somit zu einer Inwertsetzung der Landschaft im Landesinneren gekommen ist. Allerdings schwächt der massive Einsatz von Düngemittel und Pestiziden sowie die mangelhafte Abfallentsorgung das positive Bild deutlich ab.

Das tropische Inselarchipel der Malediven gilt unter Tauchern als eines der besten Tauchreviere. Diese Entwicklung begann 1972 mit drei Privatinvestoren, die die erste Tauchbasis mit einfachen Wohnanlagen in einfacher Bauweise aus Korallensteinen und einem Dach aus Kokospalmen errichteten. Es wird heute als „the first gem oft he multi-million dollar industry“ bezeichnet. Die einzigartige Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie zum Schutz des fragilen Riffökosystems begründet sich auf den Malediven darin, „dass der Grundbesitz einer touristischen Ressortinsel nach Ablauf der Pachtzeit in den Händen der Regierung bleibt.“ Die Ressorts müssen also den Gesetzen und Richtlinien zum Umweltschutz bei Abschluss eines Pachtvertrags zustimmen und bei der Errichtung, Instandhaltung und dem Betrieb der Ressortanlage nach strengen Maßgaben einhalten. Dies geht soweit, dass lediglich 20 % der Gesamtgrundfläche bebaut werden dürfen, nur 68 % der Strandlänge für die Gäste genutzt werden darf. Kriterien für die Müllentsorgung sind genau festgelegt, zudem die Strandreinigung bis hin zur Verwendung von Mitteln zur Insektenbekämpfung. Der rasante Anstieg des Tourismus auf den Malediven seit den 70er Jahren führt aber auch hier – obgleich die maledivische Regierung hier den ökonomischen Interessen der Ressortbetreiber entgegenwirkt – zu diversen Problemen, speziell bei den Abwässern und der Müllentsorgung. Auch die Kontakte der Massen an Tauchern mit den Korallenriffen führt natürlich zu einem Eingriff und einer Schädigung der Riffs. Die (Tauch-) Tourismusindustrie offenbart nach Caduff auch hier im Sinne einer nachhaltigen Umsetzung Schwächen.

Zusammenfassend lässt sich daher feststellen, dass es vor allem an der Eigenverantwortung des Sportlers liegt, wie er mit seiner Umwelt und der Natur umgeht. Gerade angesichts der anstehenden Urlaubszeit ist es uns mit unserem Newsletter & Blog ein Anliegen, hier Gedankenanstöße zu liefern und Dich für ein umweltschonendes Sporttreiben zu gewinnen. In diesem Sinne eine schöne, erholsame und naturverbundene Urlaubszeit.

 

*Literaturquelle: Caduff, A.: „Sporttourismus und nachhaltige Entwicklung in Fremdenverkehrsregionen.“ Dissertation Mainz 2006